Desinformation und Propaganda bei Facebook und der BRD

Desinformation ist ein neues politisches Stichwort geworden. Spätestens seit dem geplanten Abwehrzentrum gegen Desinformation. Dass eine Überwachung von „hatespeech“ und „fakenews“ nicht nur in den meisten Teilen Unsinn bis Unmöglichkeit ist spielt nur für diejenigen keine Rolle, die solche Scheiße durchsetzen möchten.

Besonders prägend ist für mich die neue Selbstkontrolle von Facebook. Das Unternehmen Facebook Inc., das eben keinen öffentlichen Raum stellt, sondern ein Image für Kundengewinnung produzieren möchte wie vergleichbare soziale Netzwerke hat sich die Seite correctiv.org (Eine gemeinnützige Stiftung, die finanziert durch parteinahen linkspolitischen Stiftungen und Spenden funktioniert) als diejenigen ausgesucht, die Falschmeldungen anmahnen können.

Der Internetauftritt von correctiv.org ist völlig ohne Probleme als klar gerichtete politische Organisation zu erkennen. Nun steht es Facebook Inc. natürlich frei sich als privatwirtschaftlicher Meinungsbeeinflusser linksgrün und innerhalb Deutschlands regierungsnah zu positionieren. Dies als Schritt von Pluralismus zu verstehen ist wohl dumm, da ich dies eher als gegenteilig interpretiere. Ich schätze hierbei die Tatsache, dass „fakenews“ nicht gelöscht werden, sondern nur als möglicherweise fehlerhafte bis falsche Nachrichten angemerkt werden. Dies spricht für einen Dreh um auch eine andersgerichtete Zielgruppe nicht zu vergraulen.

Desinformation ist allerdings etwas anderes. Desinformation ist eine Form der Propaganda. Propaganda sind mediale Mittel um einen Zweck egal ob wirtschaftlich oder politisch zu erfüllen. Hierbei setzt man gezielt falsche Nachrichten ein. So weit so gut.

Und nun kommt der Punkt an welchem ich zornig werde. Ich bin „digital native“. Weiter bin ich soweit gebildet, dass ich die betrunkenen Schreie meines Nachbarn von der Tagesschau trennen kann. Ich kann sogar das Zitat Adenauers „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Nichts hindert mich daran weiser zu werden.“ über reflektierendes Denken und den Glauben an Vernunft und Freiheit voll unterstützen.

Warum muss ich nun also vor Desinformation in einer freien Gesellschaft geschützt werden?

Bin ich nicht dadurch gefeit nicht geistig benachteiligt zu sein? Bin ich nicht dadurch geschützt Zugang zu diversen Formen der Information zu haben, die auf diverse Arten aufbereitet werden und mir eine eigene Meinung zu destillieren?

Wer kommt denn auf die Idee man müsse dies für mich „vereinfachen“ oder „besser nach unten kommunizieren“? Wer kommt auf die Idee Medien hätten eine „Wächterfunktion“? Wer denkt es ist notwendig mir und „jedem Bürger Zugang zu Information zu verschaffen“, weil die böse Desinformation mein armes, überfordertes Hirn mit bösen Gedanken füllt?

Nun, anhand der Fakten die Bundesregierung, die deutsche Verwaltung von Facebook Inc. und allen voran correctiv.org.

Ich halte dies für einen entmündigenden Einfluss und es macht mich zornig wie ein Trottel hingestellt zu werden, der alles glaubt was er liest und hört.

An dieser Stelle muss ich mich aber einschränken.

Mein Fazit muss es sein, dass ein privates Unternehmen jedes Recht hat so zu verfahren. Es mag Vorteile in der Kundengewinnung oder Kundenerhaltung gerade im Zusammenhang mit der Überalterung des Netzwerks bieten oder die Lobbyarbeit vereinfachen.

Auch correctiv kann ich keinen Vorwurf machen Propaganda zu betreiben, es ist schließlich ein normales Mittel jeder größeren politischen oder wirtschaftlichen Struktur.

Eine Regierung, die Falschmeldungen einfach kennzeichnen will ist auch noch kein Aufreger, eigentlich ist es sogar Usus etwa einer Polizeidienststelle dies zu tun.

Mich persönlich treibt also nur die Angst vor der Einschränkung der Meinungsfreiheit und vor einem Schritt weg von dem System der freiheitlichen Demokratie hin zu einem Überwachungsstaat, der Meinungen sanktioniert, die nicht jetzt schon de jure verboten sind.




2 Comments

  1. Bob said:

    Ich kann deinen Zorn mitfühlen. Manchmal denk ich auch, die da Oben halten uns alle für geistig Behinderte.

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    7. Februar 2017
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    • Nichtblumentopf said:

      Danke. Allerdings möchte ich hierbei betonen „dia da Oben“ ist ein Begriff von denjenigen, die denken sie wären „die da Oben“. Solange wir uns in einer Demokratie befinden ist der Souverän immernoch das Volk.

        Zitieren

      7. Februar 2017
      Reply

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