Nicht Blumen Topf sein Blog Beiträgen

Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von Goethe oder besser gesagt das Leiden des (jungen) Lesers. Dieses Buch ist einer der berühmtesten deutschsprachigen Romane und hat es sogar in die Zeit-Bibliothek der 100 Bücher geschafft.

Mit großen Erwartungen bin ich daher an dieses Buch gegangen. Ich wurde gnadenlos enttäuscht. Die Geschichte ist vergleichbar mit dem Vormittagsprogramm auf RTL oder Sat1. Die Geschichte lässt sich schnell erzählen. Ein junger privilegierter Mann namens Werther verliebt sich in eine vergebene Frau und wird von dieser gefriendzoned. Daraufhin verzweifelt er an seinem Leben und bringt sich schlussendlich um, indem er sich in den Kopf schießt. Dabei nölt Werther die ganze Zeit dermaßen rum, dass man sich am Ende sich tatsächlich freut, dass er es endlich getan hat. Die ganze Zeit wünscht man sich jemand der ihm einfach mal sagt, dass er sich zusammenreißen soll. Desweiteren beschreibt Goethe sehr ausführlich die Natur und lässt Werther über seine Umgebung schwärmen. Ich finde das Thema Natur relativ langweilig und konnte diese Stellen nur schwer ertragen. Weitere angesprochene Themen sind Standesunterschiede und wenig überraschend das Thema Selbstmord.

Das Buch ist ziemlich schwierig zu lesen, was nicht verwundert, da es aus dem Jahr 1774 ist. Die Art der Erzählung ist in Briefform. Dieses Erzählkonzept finde ich ganz interessant. Über die meiste Zeit erfährt man die Geschichte nur aus der Sicht von Werther, der Briefe an seinen Freund schreibt. Diese Erzählweise wird erst am Ende unterbrochen.

Insgesamt kann ich dieses Buch überhaupt nicht empfehlen. Die Geschichte ist für mich zu trivial und besser bei GZSZ aufgehoben. Die weiteren angesprochenen Themen waren vielleicht zu Goethes Zeiten relevant und stellten ein Tabu dar. Heutzutage gibt es für diese Themen aber bessere und interessantere Literatur. Im Gegensatz zu Faust ist „die Leiden des jungen Werthers“ kein Werk, was man heutzutage lesen muss. Dazu ist es durch die schwere Sprache sehr unangenehm zu lesen. Den Schülern, die diesen Roman lesen müssen, kann ich nur empfehlen sich eins von diesen blauen Reclam Heftchen zu kaufen. Für Arbeiten in der Schule genügt das und eine gute Note bekommt man so auch.

 

„Jeder Kommunist muss diese Wahrheit begreifen: ‚Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen'“ – Mao Tse-tung

Buchrezensionen

Referenden haben den Europäern einen Fakt gezeigt. Die Leute zu alle zu dumm für Demokratie.

Die Referenden, Abstimmungen oder Wahlen egal ob Brexit, Minarettverbot oder die Wahl des österreichischen Staatsoberhaupts zeigt wohl, dass man das Volk gar nicht wählen lassen darf, weil es das einfach nicht richtig macht.

So zumindest die Meinung vieler Menschen in Presse und Wahlkampfbüros. Doch wer ist jetzt zu dumm für Demokratie?

Dass man den politischen Gegner für dumm hält ist völlig in Ordnung, sonst wäre man ja nicht von der gegenteiligen Meinung überzeugt. Doch an der Demokratie selbst zu zweifeln ist doch eher schadhaft.

Man sollte eher darüber nachdenken wann man direkte Wahlen und Referenden überhaupt als Instrument benutzt. Eine reine Ja oder Nein Frage kann man so durchaus beantworten, doch einen komplexen Prozess so zu beurteilen ist nach meinem Verständnis oft unmöglich, dafür gibt es ja die repräsentative Demokratie. Aus der Überzeugung heraus, dass alle Politiker korrupte Verbrecher sind wird direkte Demokratie natürlich wieder sinnig, aber selbst dann kann man sich doch selbst engagieren.

Die Kritik an der Demokratie, der Herrschaft des Volkes, bedingt durch die direkte Ausübung dieser Macht ist doch etwas dümmer. Diese Kritik von oben herab geht von einem dummen Massendenken aus dem die Intelligenz entgegen wirken muss. Es ist purer Chauvinismus und zeugt von einer antidemokratischen Grundhaltung.

Wer möchte, dass die Menschen mit höchstem Bildungsgrad mehr Stimmen haben oder das Land regieren oder die Techniker und Arbeiter oder gar ein starker Mann, der ist kein Demokrat. Man muss sich nun mal damit abfinden, dass die Masse, das Volk wählt und jeder dabei eine Stimme hat.

Es mag auch die Schmach der Verlierer sein, die diese dazu treibt im Nachhinein hämisch zu sein, doch ich kann daraus immer nur die selbe Frage heraus lesen und diese lautet: „Wollen wir die Demokratie überhaupt?“

Wer diese Frage nicht mit Ja beantworten kann, der kann gerne weiter gegen die Ausübung der Macht des Volkes meckern, aber ansonsten müssen wir uns mit den Prozessen und Instrumentarien unserer Demokratien auseinander setzen statt sie selbst zu beschmutzen.




Aktuelles

Die Sieger schreiben die Geschichte, Vae Victis!

Der gallische König Brennus lehrte die Römer einst, dass die Besiegten nur ertragen können. Und die Historiker sehen dieses Ereignis aus dem die Aussprüche „vae victis“ und „etwas in die Waagschale werfen“ stammen zu recht mehr als moralisch prägnant für die römische Geschichte als finanziell.

Der biblische König David, ja der gegen diesen Goliath gekämpft hat, war von den Fakten her ziemlich unsymphatisch, aber er hat gesiegt. Und so wurde er ein Held und ein Symbol für den Sieg des Underdogs und der Intelligenz über die rohe Kraft.

Vor der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung gab es Chronisten auf Auftrag, Gelehrte mit Eigeninteressen oder Menschen die verkaufen wollten. Man braucht natürlich aus dem Zeitalter der Ideologien nicht mit Befangenheit zu argumentieren, aber heute muss man Kontexte schaffen und keine Helden mehr.

Warum früher vieles heroischer war, die Menschen schöner und die Taten epischer liegt wohl daran, dass die Menschen Geschichte auch als Geschichten begriffen, was durchaus auch mit der wissenschaftlichen Form der Geschichte einher geht.

Die Sieger sind oft also diejenigen, die bestimmen was von ihnen überdauert und damit natürlich auch wie ihre Taten und die ihrer Kontrahenten beurteilt werden. Doch ist deswegen alles übermittelte Wissen der Sieger grundsätzlich verfälscht?

Ich denke das konzentrierte Wissen der Sieger ist nicht verfälscht sondern schlicht subjektiv. Feinde die mit Respekt gesehen worden sind haben genauso überdauert. Und auch das Bild der Barbaren im Norden aus „de bello gallico“ war wohl einfach ein Bild, ein Eindruck.

Die Rezeption bringt erst tatsächliche Verfälschung. Wenn Heldengeschichten stets neu erzählt werden, dann werden sie ausgeschmückt. Wenn Schurkengeschichten erzählt werden, dann wird der Schurke entweder tragisch-verständlich oder aber immer abstoßender.

Vielleicht schreiben die Sieger die Geschichte, aber wir leben mit der Rezeption der Geschichten und diese Rezeption schaffen unsere Geschichtenerzähler, also Filmemacher, Schriftsteller und Großeltern. Die wissenschaftliche Komponente ist gerade im Bezug auf die Historie oft nicht diejenige, welche uns im Kopf herumschwirrt.




Perspektive der Geschichte

Ich möchte mich in diesem Beitrag mit dem Ankommen beschäftigen. Genauer gesagt mit dem Ankommen nach dem Aussteigen aus einer anderen Lebenssituation. Es ist wahrscheinlich die Wahrnehmung eines Großstadtmenschens, aber eine für mich greifbare Empfindung.

Wenn jemand eine große Umwälzung erlebt oder eine große Entscheidung trifft, dann wird es eine Weile dauern bis dieser Jemand angekommen ist. Beim Wechsel von Arbeit oder Wohnung gilt es seinen neuen Raum zu erforschen. Wo ist dieser Raum, mit welcher Bahn komm ich dahin, wann ist Stau, wann sind Parkplätze frei, klappt das auch mit dem Fahrrad, wo ist der nächste Supermarkt und kann der Dönermann was?

Doch wann ist man tatsächlich angekommen? Wann ist der Zustand erreicht, dass einem egal ist was gerade stattfindet, weil es normal ist und man sich in die Bahn lümmelt als wäre es das verlängerte eigene Bett? Wenn man sich manche Sachen dann doch nicht traut, weil einen jemand erkennen könnte?

Für mich war es immer im gleichen Moment.

Wenn ich bei der Bahnstation weiß wann ich aufstehen muss und auf welcher Seite ich aussteigen muss. Wenn ich quasi vom Ausstieg ausstieg. Das war für mich immer der Zeitpunkt an dem ich wirklich angekommen war. Gut nun mag so mancher sagen das kann man sich beim ersten Mal einfach merken und ja das stimmt.

Aber ich spreche davon einen Automatismus zu entwickeln. Diese Tätigkeit selbst nach wenig Schlaf und zu viel Bier auf einen Dienstagabend zu bewältigen und das ohne weitere Mühe.

Es gibt bestimmt auch den Typ Mensch der sich sobald dieser Zustand eintritt unglücklich fühlt, da das Neue und Aufregende weg ist. Es ist natürlicherweise zumindest für mich normal mir das zu wünschen das ich nicht habe. Ein ständig umhergetriebenes Neues zu suchen. Doch ich möchte Neugier nicht mit Unbeständigkeit verwechseln.

Ich mag das Ankommen und es ist nicht das Aussteigen, welches mich fesselt, sondern vielmehr der erneute Prozess des Ankommens. Und sollte jemand tatsächlich Ankommen, dann wird er es derart genießen, dass er dessen überdrüssig wird. So zumindest kann ich es nur hoffen.




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Der Fall Gina Lisa Lohfink ist inzwischen ein Politikum geworden. Das Video des sexuellen Kontakts mit zwei Männern ging viral und so waren einige von uns seit GNTM, einige seit dem ersten Sextape, andere seit der Redcoon-Werbung und die allerletzten informiert als prozessiert wurde.

Doch inzwischen sind diese Fakten verblasst und während einige Gina Lisa als Hure beschimpfen, weil sie sexuell attraktiven Normen entspricht, empört sich die Welt über den deutschen Umgang mit Frauen, die vergewaltigt worden sind oder dieses behaupten. Ich muss hierbei einfügen, dass Hure für mich nicht negativ konnotiert ist, aber im allgemeinen Sprachgebrauch.

Wir stehen vor einem Problem und dieses Problem zieht Kreise durch die Fragen von Opfer- und Täterschutz, sowie die Zerstörung von Leben. Eine Frau die vergewaltigt worden ist hat Anspruch auf den vollen Schutz des Gesetzes und es darf nicht einmal die Idee entstehen, dass sie es verdient hätte oder es so gewollt hätte. Was für ein Menschenbild man hegen muss um einem Menschen vorzuwerfen er provoziere einen irreparablen Schaden an der eigenen Psyche, dem eigenen Körper und dem Bewusstsein seiner Würde ist mir unbegreiflich. Ich kann nur vermuten, dass nicht einmal Menschen- und Sklavenhändler glauben, dass sich jemand gerne seiner Würde beraubt fühlt.

Es wird nun immer wieder angeführt, dass Frauen lügen, da sie immer recht bekommen. Nun ich möchte kein Urteil über den Fall Gina Lisa fällen, aber Nein heißt Nein. Und wenn eine Frau nackt über die Straße läuft, dann ist das Erregung öffentlichen Ärgernisses, aber keine Einladung. Das mögen feministische Parolen sein, aber welcher Mensch könnte dagegen sprechen?

Eine einfache Lösung muss in meinen Augen beidseitig sein. In den USA, die nach meinem Verständnis eine Phase der Hypersensibilisierung durchmachen, um zu einem gesunden Normalzustand zu gelangen, ist man Deutschland in Belangen der sexuellen Gleichstellung um Welten voraus.

Es gibt an jeder Universität und natürlich auch im Internet einfache justiziell tragfähige Verträge für einvernehmlichen Verkehr. Im Fall Gina Lisa würde immernoch das Problem auftreten in welchem Zustand man einen solchen Vertrag unterschreibt, jeder hat ein Gerät zur Videoaufzeichnung dabei.

Nun kann man auf die Romantik pochen, aber aus Romantik keine Verhütungsmittel zu verwenden spricht für mich auch für Dummheit. Außerdem einen Regulierungswahn. Man kann sich ja über viel Regulierung aufregen, aber in diesem Bereich gibt es nun einmal massvie Probleme.

Der Glaubwürdigkeit der Opfer schaden jene am meisten, die sich für Opfer ausgeben. Und gerade deswegen muss diese Gesellschaft nun im Bereich des Rechts und des Verhaltens neue Wege beschreiten, die es schon längst gibt.

Im Fall Gina Lisa bin ich selbst sehr voreingenommen, ich finde es regelrecht traurig und ich möchte der Justiz vertrauen, dass sie sich um die Wahrheit bemüht. Doch das Mindeste ist für mich bei diesem Diskurs die Perspektive. Es wäre bei allem Furchtbarem angenehm, wenn so etwas nicht noch einmal passieren muss.




Aktuelles

Der Brexit ist geschehen!

UIUIUIUIUIUIUIUI. Okay ganz ruhig! Der Brexit ist Fakt, man man man man man.

Ich musste einen Neologismus schaffen nur um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen: Szenarismus.

Es werden nämlich Szenarien geschaffen. Der Untergang Europas, der Zusammenbruch der EU, die Spaltung Großbritanniens, eine neue Wirtschaftskrise, Britannien neuer Aufstieg und natürlich der Zerfall unserer gesamten Welt.

Kann man ja gerne machen ist bestimmt auch interessanter zu lesen. Kann ja sogar so kommen das sind alles aber nur Szenarien. Ich persönlich war für den Verbleib Großbritanniens in der EU, aber genauso kann ich die Gründe für den Ausstieg absolut nachvollziehen, denn diese zeigen die aktuelle Situation. Und diese Situation ist weit weg von irgendwelchen Gedankenspielen.

Wahrscheinlich wird es sogar ein wirtschaftlicher Verlust für die Insel und wohl auch für die BRD und die EU. Und natürlich werden manche für den Ausstieg gewesen sein aufgrund von Souveränitätsverlust und Nationalismus, aber ich begreife diesen Schritt als die lauteste Form des Protests.

Die EU hat in einigen großen Themen einfach vollständig versagt. Bei der aktuellen Flüchtlingskrise war sie unvorbereitet, ist immer noch uneins, eine Lösung ist nicht in Sicht und ist handlungsunfähig. Bei entdemokratisierenden Prozessen innerhalb der EU das gleiche Spiel. Bei militärischen Konflikten ebenso. Bei der Grenzsicherung auch. Bei der gemeinsamen Außenpolitik sowieso. Von der Finanzkrise gar nicht zu reden.

Also ist man mit dem Brexit vielleicht gar keinen Schritt weg von der EU und Europa gegangen. Vielleicht ist man einfach der Überzeugung zu Europa zu stehen, aber nicht in dieser Form. Wenn alle Verhandlungen schleichen und es eher schlimmer wird, dann wird es womöglich Zeit für ein Fanal des Protests.

Also warum beschäftigen wir uns um eine schwache Analogie mit der aktuellen Thematik zu bemühen nicht mit den Fluchtursachen Britanniens? Warum malen wir lieber in unseren Gedanken Bilder anstatt einen Handlungsbedarf zu erkennen und an Maßnahmen zu arbeiten?

Dieser Szenarismus ist doch einfach kacke.

Dass sich „Prominente“ wie Fler dazu äußern spricht nur von einer Mediengeilheit die mich persönlich nur noch anwidern kann. Der gelebte Szenarismus ist die Berauschung an diesen Szenarien und damit der tatsächliche Untergang der westlichen Kultur.




Aktuelles

Skandalös! Und ich kann immer nur an die Ashleys aus Disneys großer Pause denken.

Der Fifa-Skandal oder ein Doping-Skandal, ja nun der wäre nicht mal für die Ashleys skandalös.

Die Korruption ist allgegenwärtig in fast jedem Gremium. Jeder in der Fifa war schon immer bestechlich. Es geht nur um die Summe. Natürlich ein bisschen muss man die ganze Geschichte geheimhalten, aber bitte. Jeder ist bestochen. die WM in Katar, als ob. Das einzige was ich peinlich finde ist die Aufregung. Es gibt nur gekaufte Stimmen und man kann jetzt entweder alle Personen durch die Mangel drehen und eine integere Ethikkommission einsetzen bis der Schmutz aus der Institution verschwunden ist, außer diese wird bestochen oder man nimmt es hin.

Vergleichbar sind Doping-Skandale. Diese sind noch viel weniger skandalös. Höher, Schneller, Weiter. Ja aber wie denn nun?

Jeder dopt. Manche Mittel sind schlimmer, manche sind besser. Und es mag Ausnahmetalente geben, aber Sportler, die ihr Leben auf eine Sportart verwenden, die nur für ihren Lebensunterhalt sorgt, wenn sie ein Jahrhunderttalent sind, dass immer gewinnt, die werden dopen. Die Anspruchshaltung ist nun einmal so. Man kann jetzt also entweder das Recht auf Selbstschädigung einsetzen lassen und eine Trennung zwischen dopenden und nichtdopenden Sportlern machen oder weiterhin das Politikum einsetzen lassen, dass manchmal kontrolliert wird, manchmal nicht und manchmal erwischt wird und manchmal nicht. Jeder mit sehr wenigen Ausnahmen dopt.

Ich kann Korruption nicht hinnehmen, sie ist für mich der größte Verlust von persönlichem Anspruch und der Ursprung menschlichem Verfalls. Aber ich würde es nicht für mich in Anspruch nehmen nicht bestechlich zu sein. Da sitze ich zufälligerweise auf einem Posten und jemand bietet mir mein 200faches Jahresgehalt für eine Stimmabgabe für eine Sportveranstaltung. Ich weiß nicht was ich tun würde, aber jeder hat seinen Preis.

Korruption ist allerdings immernoch etwas verwerfliches, die hohen Ämter eines Landes haben entsprechende Gehälter damit sie nicht mehr darunter leiden. Die Betonung von Ehrenhaftigkeit und Unbestechlichkeit ist ein hohes Ziel und ich gratuliere jedem von Herzen der sich diesen Zielen verpflichtet.

Doch Skandale sind es nicht. Skandalös ist der naive Umgang damit. Wir können diese Skandale als Anreiz nehmen, um den Druck auf Freiheit von Korruption zu verstärken, gerade für Personen in Ämtern, aber einfach nur einen Skandal anzuprangern, das Bauernopfer abzuwarten und die sich nicht veränderten Zustände dann bis zum nächsten Skanal hinzunehmen. Nun das ist Skandalös.




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Dystopen und Dystopien sind etwas überaus wirkmächtiges, wenn sie der Realität der Zukunft immer näher kommen. Der Begriff Big Brother oder großer Bruder stammt aus 1984 und die Zeitmaschine bleibt wohl das realistischste Überbleibsel des Klassenkampfes. Auch schöne neue Welt wird immer wieder rezipiert, wenn es um das Thema der genetischen Veränderung des Menschen geht.

Die wilden Dystopen sind also brandaktuell. Doch die wilden Dystopen entpuppen sich trotz ihrer Ideen von Welten die sich so schlecht wie nur möglich entwickelt haben eben nur als Inselbewohner, die gar nicht so schlecht sind. Ihr Max ist die unbarmherzige Realität.

Wo ein alles überwachender Polizeistaat die Idee ist, da geben wir unsere Daten ganz freiwillig raus. Und wer braucht schon Videoüberwachung, wenn wir uns selbst filmen. Wo Roboter die Macht an sich reißen, da sind wir ohne sie einfach hilflos oder gar nach ihnen süchtig.

Statt, dass wir davon sprechen wie viel der Dystopien sich anbahnt Wahrheit zu werden übertreffen wir die Vorstellugn der Dystopen um weites. In der Vorstellung wird das Volk immer mündiger, der Staatsbürger bewusster und muss durch Repression und Drogen nach Art des Soma ruhig gehalten wird. In neueren Auflagen wie Equilibrium, Gattaca oder V wie Vendetta müssen die Gefühle verändert werden, genetisch manipuliert werden oder das alte Mittel der Angst missbraucht werden um eine ungleiche Gesellschaft auszudefinieren. Selbst in Tekken oder Mutant Chronicles werden die Konzerne das Mittel Geld für die Herrschaft verwenden.

Doch wir sind ganz freigiebig mit unseren Werten und unserer Freiheit. Wir nehmen die kleinen Opfer ganz billigend in Kauf. Hier eine PayPal-Karte und dort eine App. Wir haben Gesetze die es uns möglich machen zu sehen auf welche Daten zugegriffen werden kann und wir billigen dies.

Wir fürchten keine zweite Realität wir zelebrieren sie. Wir leben in einer ungeschützten virtuellen Welt und denken, dass dies dazu gehört. Wir fürchten uns eventuell vor genmanipulierter Nahrung oder der Früherkennugn von Krankheiten bei Säuglingen, aber sind fasziniert von der Klontechnologie.

Vielleicht ist dies eine Übertreibung oder ganz einfach eine Aufbruchszeit während die Reglungen und Bestimmungen sowie der nachaltige Umgang mit den neuen Technologien langsam, aber sicher nachwachsen. Vielleicht werden wir uns aber auch eines Tages danach sehnen auf die Insel der wilden Dystopen zu flüchten, wo all dies nur unsinnige Ängste sind und wir schließlich doch aufwachen können.




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Cornern – Herleitung

Nun Cornern ist einfach herzuleiten. Ecke bedeutet in der englischen Sprache Corner, man germanisiert dieses Wort nun zu einem Verb und gelangt zu einer Tätigkeit in einer Ecke. Die Tätigkeit umfasst Konsum von legalen und illegalen Drogen, sowie herumsitzen und stehen. Man cornert in den Großstädten. In Großstädten gibt es gerade in den Bereichen der Vergnügungsviertel bzw. der Laufkundschaft Kioske, die hierzu unerlässlich sind, da sie die Getränke dazu stellen.

Ich möchte mich hier also mehr der Bedeutung vom Cornern widmen. Hierzu die Entstehung, die wirtschaftlichen Folgen und mein persönliches Empfinden.

Die Entstehung

Viele möchten gerade an den Wochenenden unter Leute kommen und sich amüsieren. Viele haben keine Lust zu tanzen oder einen eigentümlichen Musikgeschmack, daher werden sie nicht in Clubs gehen. Viele haben auch keinen großen Geldbeutel, deswegen werden sie die billigste Alternative wählen. Viele haben nicht einmal die Lust bei schönem Wetter drinnen zu sein oder sich Regeln eines Etablissements zu unterwerfen.

Diese Schnittmenge strandete, womöglich auch weil sie unterwegs war und sich nicht entscheiden konnte wohin. Sie strandete am Kiosk, der unverbindlichen Masse. Manche können früher oder später dazu stoßen und tatsächlich noch eine Lokalität aufsuchen und trinken hier nur vor und wieder andere wollten heute eh nicht so doll machen. Andere hoffen einen potenziellen Sexualpartner auszumachen oder wollen sich einfach nur einen reinsaufen, weil sie ihren aktuellen verloren haben. Gleichzeitig fühlt man sich dem Milieu der Straße zugehörig, man ist wild und richtig Ghetto und hofft auf eine Unterhaltung ‚a la Prügelei, Stress und so.

Das Bier für unterwegs, das Starterbier und das Wildpinkeln gab es schon immer. Doch hier trifft eine neue Kultur der Wochenendgestaltung auf das Althergebrachte.

Die wirtschaftlichen Folgen

Wirtschaftlich gehen natürlich die Gastronomiebetriebe, gerade die Kneipen drauf. Sie haben das Problem auszubaden zwischen ausbleibender Kundschaft und steigenden Mieten zu überleben. Die Clubs haben ihr eigenes Publikum. Die Unkosten die auf der Straße marodierender Jugendlichen verursacht werden steigen. Die Anwohner sind unglücklich, aber wissen nach meinem Empfinden wo sie wohnen und finden hoffentlich intelligente Wege.

Wie elementar diese Entwicklung ist wird daran bemessen werden wie lange dieses Phänomen sich in der Großstadt halten kann.

Mein persönliches Empfinden

Oh auch ich war Cornern. Es wiederstrebte mir zutiefst, ich möchte hier von verächtlicher Ablehnung sprechen. Es war für mich eine Veranstaltung von Gipstern, Halb-Gangster Halb Hipster. Jungs aus den Vororten Hamburgs die mal ihre dunkle Seite und ihre fehlende Bildung der Universität in die große, weite Welt tragen wollten, aber weder genug Taschengeld bekommen haben, noch der rythmischen Bewegung mächtig sind. Geschweige denn eigenes Geld verdienen oder zu halbwegs vollständigen Sätzen fähig sind, die nicht von 187 stammen.

Nun teils, teils.

Als Sammelbecken an einem öffentlichen Ort ist das Cornern sehr angenehm. Gleichzeitig stimmt es, dass man schnell unter Leute kommt in einem inzwischen entwickelten Rahmen. Die Zufuhr von Rauschmitteln und die Möglichkeit des Rauchens sind ausgezeichnet. Die frische Luft verhindert nassgeschwitzt zu sein und es gibt keine Schlange an der Urinentsorgung. Ich kann Cornern als Kompromiss zwischen Rausgehen und Zuhausebleiben begreifen und es als Freizeitbeschäftigung akzeptieren. Es ist eine sehr gute Alternative zu Musik die ich nicht mag, Balzverhalten in Tanzlokalitäten, Überfüllten Läden und bietet einen familiären Rahmen von Kommen und Gehen sowie der Abendgarderobe. Es ist wundervolle Möglichkeit der freien Entfaltung und Gestaltung, gerade für die Jugend einer Großstadt, die ihre Großstadt erleben und atmen möchte. Eine Jugend, die sich ganz selbstständig eine eigene Version des Wochenendes entwickeln kann ohne Zwang von Konsum, Lokalität und Geschmackszwang. Es ist eine quasi freiheitliche, friedliche Revolution der Jugend und begeistert mich.

Auf der anderen Seite widerstrebt es mir bei Wind und Wetter draußen zu sein. Ich verstehe nicht wie man auf Partnersuche geht, bei Partnern die man wortwörtlich an der Straßenecke schnell mal aufgabelt. Ich verstehe nicht warum ich aus Plastikbechern saufen soll, wenn kein Grill angeschmissen wurde. Ich verstehe ja nicht mal warum ich nicht Zuhause die Playse anschmeiße, wenn die Mische trotzdem 3 Euro kostet. Unter Leute kommen, ja aber was für Leute, da bleib ich ja lieber bei denen mit denen ich sowieso da bin. Es ist doch ein fauler Kompromiss nicht alle Vorzüge des steil gehens mitzunehmen nur um zu sparen oder schlicht weil man nicht gerne steil geht. Oder sich was besseres sucht, als der Ort der genauso überfüllt ist mit den gleichen Leuten, die einem auch innerhalb von Lokalitäten auf den Nerv fallen. Revolution, pah da kann ich auch sagen ich besteig nur den halben Berg, sauf mir da einen rein und nenn das Basislager+.

Ich bin also das Opfer eines gespaltenen Erlebens was das Cornern angeht. Ich werde es nicht aufgeben und nicht mehr darüber spotten. Ich bleibe aber in jedem Fall gespannt wie diese Entwicklung ausgeht.




Sprachgebrauch

Clausewitz der alte Preuße hat es in das Kinderzimmer geschafft allerdings weniger durch sein militärisches Wirken als sein Verständnis von Gewalt. Es deckt sich in dem Missverstehen des in die Kritik geratenen Jörg Baberowski.

Baberowski wurde im Zuge der Übergriffe in Köln als Gewaltforscher heran gezogen, wohl auch aufgrund seiner politischen Meinung. Hierbei führte er aus, dass die deutschen Bürger sich auf den Staat verlassen und auch auf das Gewaltmonopol.

Daraus wurde in der Diskussion deutsche Männer können sich nicht mehr hauen und müssen ihre blonden Frauen wieder beschützen lernen. Aber die Tatsache, dass alle schwule Weicheier geworden sind liegt an unserer Gesellschaft. Wie soll ein guter Jungsturm von einer alleinerziehenden, Homosexuelle tolerierenden, pazifistischen und vegan lebenden Mutter auch groß gezogen werden?

Oder wie der politisch korrekt formulierende Journalist fragt: Ist es Teil einer Enthebung der Fähigkeit selbst Probleme anzugehen? Werden die BürgerInnen entmündigt und autoritär behandelt?

Gut wir konnten feststellen das Vertrauen in den Staat und sein Gewaltmonopol ist eine gute Sache und die BürgerInnen des deutschen Staates können sich immernoch hauen, doch hier ruft uns Clausewitz ein weiteres Mal eine Botschaft zu.

Den Krieg beginnt der Verteidiger. Und der Krieg ist der Normalzustand nicht der Friede.

Die Gewalt ist der Alltag und diese Tatsache ist auf der Mikroebene der Kindererziehung vollständig bewusst. Wie damit umzugehen ist, das ist eine viel diskutierte Frage, doch gestellt wird sie jeder Zeit. Oft zwischen Geschlechterzwang und pazifistischem Faschismus, aber dennoch gestellt.

Auf der Mesoebene erschüttert Gewalt, aber ist nicht überraschend. Überraschend ist stets nur das Übermaß, da dieses auch eher Schlagzeilen abgibt. Bei eskalierten Demonstrationen, Fussballschlägereien, größeren Schlägereien an sich oder vereinzelten Morden gibt es eine Mischung zwischen Entsetzen und Faszination. Doch nur der Tatsache geschuldet, dass Clausewitz uns auf dieser Ebene noch halbwegs bewusst ist schafft es nicht jede Kiezprügelei auf die Titelseiten.

Nun aber zu Clausewitz vergessener Heimat der Makroebene. Dem Krieg.

Die Bundesrepublik steht in Kriegs- und Kriseneinsätzen ebenso sind wir in zwei militärischen Bündnissen, die einen Verteidigungsartikel haben. Uns schockiert der sogenannte IS mit Terror und Auftritten in sozialen Medien mehr als mit dem Krieg der gegen ihn geführt wird.

Wir kritisieren Armeen die keine Nahrungsmittel in Städte lassen, die sie aushungern wollen und können es nur mit Empörung hinnehmen, dass das humanitäre Völkerrecht jedem scheißegal ist sobald es besser scheint dagegen zu verstoßen.

Es ist nach meinem Verständnis schön und gut, wenn sich Menschen dem Krieg entfremden. Doch Clausewitz wartet spätestens im Kinderzimmer auf uns, wenn es daran geht zu verstehen und zu vermitteln warum die Gewalt in Staatshand eine andere als die in der eigenen.




Aktuelles