Nicht Blumen Topf sein Blog Beiträgen

Über das Darknet wurde nicht nur in Begleitung der letzten Amokläufe und Terrorakte diskutiert sondern auch relativ dümmlich. Nicht deswegen dümmlich weil die Experten dumm sind, sondern davon ausgegangen wird, dass es ein unbekanntes Thema ist. Ich möchte hier eine kleine Einführung dazu geben.

Das Darknet bezeichnet die Konnektivität von einzelnen Teilnehmern über verschiedene Knotenpunkte. Durch die ständige Änderung dieser Knoten ist es beinahe unmöglich die Teilnehmer zurück zu verfolgen.

Dadurch wird eine anonyme Kommunikation und auch eine sicherere Verbindung zwischen diesen Teilnehmern gewährleistet.

In seiner Bedeutung ist das Darknet für vielerlei Dinge zu gebrauchen, die sich alle darin einen, dass sie unkontrolliert sein wollen oder müssen. Es geht um An- und Verkauf von Schusswaffen, Drogen, Menschen, Kinderpornographie und außerdem die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen, Informanten Whislteblowern wie Snowden und Geheimdiensten.

Die Aufforderung mehr Personal und Mittel zu nutzen um „diesen Sumpf trocken zu legen“ ist denkbar unsinnig. Es ist schlicht fast nicht möglich, selbst nicht dann wenn wir einen extrem restriktiven Zugang zum Internet hätten und den haben wir nicht. Spätestens durch öffentliches WLan und die Möglichkeit von schädlicher Software wäre es eher der Fall, dass Zeit und Geld darauf verschwendet wird Unbeteiligte und Cafés zu überwachen.

Eine derartige Überwachung von Knotenpunkten würden wir uns außerhalb des Cyberspace niemals gefallen lassen. Gut ich habe auf ein paar wilden Pornoseiten gestöbert teilweise mit anstößigem Inhalt und hab mir einen Virus eingefangen, der mir natürlich nicht aufgefallen ist. Macht mich das überwachungspflichtig?

Ich spreche hier nicht von einer technischen Unmöglichkeit, sondern einer justiziell-gesellschaftlichen Unmöglichkeit.

Gleichzeitig war es nicht das Darknet über welches sich die Attentäter von den Anschlägen in Paris verständigt haben, sondern WoW. Es kann auch das Playstationnetwork sein oder meinetwegen ein Mincecraft-TS-Channel. Wenn man all das überwachen will, dann muss man schon eine extreme Menge Geld in die Hand nehmen.

Die Möglichkeit der Razzia und der Infiltrations scheint hier angebrachter. Natürlich muss gegen derartig widerliche Verstöße vorgegangen werden, aber eben mit angebrachten Mitteln.

Gleichzeitig dürfen wir den positiven Nutzen eines Darknet nicht vergessen. Gerade bei restriktiven Zugängen kann man nicht nur kriminell, sondern auch freiheitlich tätig werden. In diesem Zusammenhang müssen wir wahrscheinlich unsere Angst vor Technologien ablegen und hier wieder die Sicherheit die Freiheit bedingt nicht zu einer Sicherheit werden lassen die jede Evolution der Freiheit verhindert.

 




Aktuelles

Rassistische Statistiken sind nach meinem Geschmack spätestens seit der gesellschaftlichen Rezipation von Sarrazins Werken ein Thema. Sarrazin rechnet gerade in Deutschland schafft sich ab einfach Statistiken gemessen an seinen Vorstellungen hoch. Ebenso war die Kritik groß als es nach den Übergriffen in Köln hieß man solle nicht berichten, dass es sich um Nordafrikaner als Täter handelt.

Der Grundsatz traue nur Statistiken, die du selbst gefälscht hast geht mir hier bei weitem nicht weit genug.

Die Wirkung von Faktoren, etwa wie man die Skalierung wählt, welche Faktoren man einbezieht und welche man außen vor lässt ist natürlich eine unterschiedliche, aber wir reden ja nicht mal von unglaublich komplizierten Kurvendiagrammen, sondern von vergleichsweise simplen Fakten.

Ich denke Fakten können wohl kaum vorurteilsbehaftet sein. Es sind zumeist eben nicht wissenschaftliche Faktoren um rassistische Statistiken zu entwerfen sondern politische Gründe.

Wenn man natürlich mit einer Meinung oder einer Ideologie Fakten begegnet, die keinen anderen Schluss zulässt, dann muss man sich in dieser Form der Beschäftigung eine Erklärung suchen statt Lüge zu schreien.

Auch Vergleiche können schnell intrumentalisiert werden. Man sieht dies selbst bei Erläuterungen wie am Fall der Aussage zur Gewalt von Herrn Baberowski.

Will man nun rassistische Statistiken aber verwenden oder ausschließen, dann muss der Grundgedanke sein, dass die Faktoren und die Bewertung frei von diesen Grundeinstellungen geschieht. Wenn man nun wie gerne genommen die Kriminalitätsstatistiken von Ausländern, Migranten, Inländern und Flüchtlingen vergleicht und dazu noch die der allgemein gestiegenen und gesunkenen Kriminalitätsraten nimmt und sie vergleicht kommt teilweise etwas ernüchterndes und teilweise etwas befeuerndes heraus.

Dass man hierbei außenvor lässt welche Kriminalität und was für Einkommenschichten diese begehen blendet man allerdings aus. Doch ist dies nicht einmal grundsätzlich rassistisch motiviert. Es ist ganz schlicht uninformiert.

Deswegen bleibt bei der Bewertung von diesen Daten neben der Prüfung von Kontext und Grundeinstellung immer nur die fachliche Analyse. um auch eigene Vergleiche treffen zu können.

 




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Ich höre im Zuge der Diskussion des Amoklaufs von München schon wieder das Gerede über Ballerspiele. Killerspiele, gewaltverherrlichend und die Erfahrung von Gewalt als Macht- und Geltungsmittel.

Es geht wahrscheinlich um Ego-Shooter. Ich dachte nachdem Counter Strike sogar auf ProsiebenMaxx läuft sind wir bei der Diskussion auf Stand. Naja, dann noch einmal.

Der Zugang zu Gewaltmedien egal ob in Form des Videospiels, des Films, des Buchs oder der Sprache ist zwar gesetzlich reguliert, aber diese Kontrollen können wie etwa bei Alkohol und Tabak nur bedingt greifen. Menschen die eine psychische Erkrankung oder einen Hang zur Gewalt haben können dies dadurch verstärken und enthemmt werden.

Nur auf Steam und nur bei CS:GO und nur an einem Tag spielen über 100 Millionen Menschen nur dieses Spiel. Sollte unser Fokus also nicht eher auf der Prävention, Früherkennung und Behandlung von psychisch labilen Menschen liegen statt auf dem Thema Ballerspiele?

Es handelt sich wahrscheinlich um einen Schnellschuss im Rahmen der gesamten Terrorlage. Doch hier findet sich anscheinend auch dieses „Neuland“ von dem immer wieder gesprochen wird. Natürlich muss man die Zeichen der Zeit auch kritisch betrachten, aber ist es legitim sich so inkompetent zu äußern?

Dass gerade das Internet Plattformen bietet um Gelüste auszuleben ist eine neue Wendung und dass es gleichzeitig auch die Perspektive bietet diese Fantasien auszuleben auch. Doch ohne den Vergleich zu weit zu treiben gibt es dort im Kern Communities und Programme derer die diese Fantasien und Probleme teilen aber nicht ausleben möchten.

Die Ballerspiele allerdings sind nun wirklich nicht vergleichbar mti den akuten Problemen von Depression, Suizid oder Hassverbrechen. Auch eine religiöse Radikalisierung, wie wir sie momentan fürchten findet nicht innerhalb von Gewaltfantasien statt, sondern motiviert im Falle des Falles dazu.

Daher ist es für mich nicht mal ein Nebenschauplatz dieser Diskussion, sondern vielmehr eine unglückliche Vorstellung von einer fremden Welt.




Aktuelles

Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von Goethe oder besser gesagt das Leiden des (jungen) Lesers. Dieses Buch ist einer der berühmtesten deutschsprachigen Romane und hat es sogar in die Zeit-Bibliothek der 100 Bücher geschafft.

Mit großen Erwartungen bin ich daher an dieses Buch gegangen. Ich wurde gnadenlos enttäuscht. Die Geschichte ist vergleichbar mit dem Vormittagsprogramm auf RTL oder Sat1. Die Geschichte lässt sich schnell erzählen. Ein junger privilegierter Mann namens Werther verliebt sich in eine vergebene Frau und wird von dieser gefriendzoned. Daraufhin verzweifelt er an seinem Leben und bringt sich schlussendlich um, indem er sich in den Kopf schießt. Dabei nölt Werther die ganze Zeit dermaßen rum, dass man sich am Ende sich tatsächlich freut, dass er es endlich getan hat. Die ganze Zeit wünscht man sich jemand der ihm einfach mal sagt, dass er sich zusammenreißen soll. Desweiteren beschreibt Goethe sehr ausführlich die Natur und lässt Werther über seine Umgebung schwärmen. Ich finde das Thema Natur relativ langweilig und konnte diese Stellen nur schwer ertragen. Weitere angesprochene Themen sind Standesunterschiede und wenig überraschend das Thema Selbstmord.

Das Buch ist ziemlich schwierig zu lesen, was nicht verwundert, da es aus dem Jahr 1774 ist. Die Art der Erzählung ist in Briefform. Dieses Erzählkonzept finde ich ganz interessant. Über die meiste Zeit erfährt man die Geschichte nur aus der Sicht von Werther, der Briefe an seinen Freund schreibt. Diese Erzählweise wird erst am Ende unterbrochen.

Insgesamt kann ich dieses Buch überhaupt nicht empfehlen. Die Geschichte ist für mich zu trivial und besser bei GZSZ aufgehoben. Die weiteren angesprochenen Themen waren vielleicht zu Goethes Zeiten relevant und stellten ein Tabu dar. Heutzutage gibt es für diese Themen aber bessere und interessantere Literatur. Im Gegensatz zu Faust ist „die Leiden des jungen Werthers“ kein Werk, was man heutzutage lesen muss. Dazu ist es durch die schwere Sprache sehr unangenehm zu lesen. Den Schülern, die diesen Roman lesen müssen, kann ich nur empfehlen sich eins von diesen blauen Reclam Heftchen zu kaufen. Für Arbeiten in der Schule genügt das und eine gute Note bekommt man so auch.

 

„Jeder Kommunist muss diese Wahrheit begreifen: ‚Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen'“ – Mao Tse-tung

 

Hier gehts zum Buch: Die Leiden des jungen Werther

Hier zum blauen Reclam Heftchen: Die Leiden des jungen Werther. Lektüreschlüssel

Buchrezensionen

Referenden haben den Europäern einen Fakt gezeigt. Die Leute zu alle zu dumm für Demokratie.

Die Referenden, Abstimmungen oder Wahlen egal ob Brexit, Minarettverbot oder die Wahl des österreichischen Staatsoberhaupts zeigt wohl, dass man das Volk gar nicht wählen lassen darf, weil es das einfach nicht richtig macht.

So zumindest die Meinung vieler Menschen in Presse und Wahlkampfbüros. Doch wer ist jetzt zu dumm für Demokratie?

Dass man den politischen Gegner für dumm hält ist völlig in Ordnung, sonst wäre man ja nicht von der gegenteiligen Meinung überzeugt. Doch an der Demokratie selbst zu zweifeln ist doch eher schadhaft.

Man sollte eher darüber nachdenken wann man direkte Wahlen und Referenden überhaupt als Instrument benutzt. Eine reine Ja oder Nein Frage kann man so durchaus beantworten, doch einen komplexen Prozess so zu beurteilen ist nach meinem Verständnis oft unmöglich, dafür gibt es ja die repräsentative Demokratie. Aus der Überzeugung heraus, dass alle Politiker korrupte Verbrecher sind wird direkte Demokratie natürlich wieder sinnig, aber selbst dann kann man sich doch selbst engagieren.

Die Kritik an der Demokratie, der Herrschaft des Volkes, bedingt durch die direkte Ausübung dieser Macht ist doch etwas dümmer. Diese Kritik von oben herab geht von einem dummen Massendenken aus dem die Intelligenz entgegen wirken muss. Es ist purer Chauvinismus und zeugt von einer antidemokratischen Grundhaltung.

Wer möchte, dass die Menschen mit höchstem Bildungsgrad mehr Stimmen haben oder das Land regieren oder die Techniker und Arbeiter oder gar ein starker Mann, der ist kein Demokrat. Man muss sich nun mal damit abfinden, dass die Masse, das Volk wählt und jeder dabei eine Stimme hat.

Es mag auch die Schmach der Verlierer sein, die diese dazu treibt im Nachhinein hämisch zu sein, doch ich kann daraus immer nur die selbe Frage heraus lesen und diese lautet: „Wollen wir die Demokratie überhaupt?“

Wer diese Frage nicht mit Ja beantworten kann, der kann gerne weiter gegen die Ausübung der Macht des Volkes meckern, aber ansonsten müssen wir uns mit den Prozessen und Instrumentarien unserer Demokratien auseinander setzen statt sie selbst zu beschmutzen.




Aktuelles

Die Sieger schreiben die Geschichte, Vae Victis!

Der gallische König Brennus lehrte die Römer einst, dass die Besiegten nur ertragen können. Und die Historiker sehen dieses Ereignis aus dem die Aussprüche „vae victis“ und „etwas in die Waagschale werfen“ stammen zu recht mehr als moralisch prägnant für die römische Geschichte als finanziell.

Der biblische König David, ja der gegen diesen Goliath gekämpft hat, war von den Fakten her ziemlich unsymphatisch, aber er hat gesiegt. Und so wurde er ein Held und ein Symbol für den Sieg des Underdogs und der Intelligenz über die rohe Kraft.

Vor der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung gab es Chronisten auf Auftrag, Gelehrte mit Eigeninteressen oder Menschen die verkaufen wollten. Man braucht natürlich aus dem Zeitalter der Ideologien nicht mit Befangenheit zu argumentieren, aber heute muss man Kontexte schaffen und keine Helden mehr.

Warum früher vieles heroischer war, die Menschen schöner und die Taten epischer liegt wohl daran, dass die Menschen Geschichte auch als Geschichten begriffen, was durchaus auch mit der wissenschaftlichen Form der Geschichte einher geht.

Die Sieger sind oft also diejenigen, die bestimmen was von ihnen überdauert und damit natürlich auch wie ihre Taten und die ihrer Kontrahenten beurteilt werden. Doch ist deswegen alles übermittelte Wissen der Sieger grundsätzlich verfälscht?

Ich denke das konzentrierte Wissen der Sieger ist nicht verfälscht sondern schlicht subjektiv. Feinde die mit Respekt gesehen worden sind haben genauso überdauert. Und auch das Bild der Barbaren im Norden aus „de bello gallico“ war wohl einfach ein Bild, ein Eindruck.

Die Rezeption bringt erst tatsächliche Verfälschung. Wenn Heldengeschichten stets neu erzählt werden, dann werden sie ausgeschmückt. Wenn Schurkengeschichten erzählt werden, dann wird der Schurke entweder tragisch-verständlich oder aber immer abstoßender.

Vielleicht schreiben die Sieger die Geschichte, aber wir leben mit der Rezeption der Geschichten und diese Rezeption schaffen unsere Geschichtenerzähler, also Filmemacher, Schriftsteller und Großeltern. Die wissenschaftliche Komponente ist gerade im Bezug auf die Historie oft nicht diejenige, welche uns im Kopf herumschwirrt.




Perspektive der Geschichte

Ich möchte mich in diesem Beitrag mit dem Ankommen beschäftigen. Genauer gesagt mit dem Ankommen nach dem Aussteigen aus einer anderen Lebenssituation. Es ist wahrscheinlich die Wahrnehmung eines Großstadtmenschens, aber eine für mich greifbare Empfindung.

Wenn jemand eine große Umwälzung erlebt oder eine große Entscheidung trifft, dann wird es eine Weile dauern bis dieser Jemand angekommen ist. Beim Wechsel von Arbeit oder Wohnung gilt es seinen neuen Raum zu erforschen. Wo ist dieser Raum, mit welcher Bahn komm ich dahin, wann ist Stau, wann sind Parkplätze frei, klappt das auch mit dem Fahrrad, wo ist der nächste Supermarkt und kann der Dönermann was?

Doch wann ist man tatsächlich angekommen? Wann ist der Zustand erreicht, dass einem egal ist was gerade stattfindet, weil es normal ist und man sich in die Bahn lümmelt als wäre es das verlängerte eigene Bett? Wenn man sich manche Sachen dann doch nicht traut, weil einen jemand erkennen könnte?

Für mich war es immer im gleichen Moment.

Wenn ich bei der Bahnstation weiß wann ich aufstehen muss und auf welcher Seite ich aussteigen muss. Wenn ich quasi vom Ausstieg ausstieg. Das war für mich immer der Zeitpunkt an dem ich wirklich angekommen war. Gut nun mag so mancher sagen das kann man sich beim ersten Mal einfach merken und ja das stimmt.

Aber ich spreche davon einen Automatismus zu entwickeln. Diese Tätigkeit selbst nach wenig Schlaf und zu viel Bier auf einen Dienstagabend zu bewältigen und das ohne weitere Mühe.

Es gibt bestimmt auch den Typ Mensch der sich sobald dieser Zustand eintritt unglücklich fühlt, da das Neue und Aufregende weg ist. Es ist natürlicherweise zumindest für mich normal mir das zu wünschen das ich nicht habe. Ein ständig umhergetriebenes Neues zu suchen. Doch ich möchte Neugier nicht mit Unbeständigkeit verwechseln.

Ich mag das Ankommen und es ist nicht das Aussteigen, welches mich fesselt, sondern vielmehr der erneute Prozess des Ankommens. Und sollte jemand tatsächlich Ankommen, dann wird er es derart genießen, dass er dessen überdrüssig wird. So zumindest kann ich es nur hoffen.




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Der Fall Gina Lisa Lohfink ist inzwischen ein Politikum geworden. Das Video des sexuellen Kontakts mit zwei Männern ging viral und so waren einige von uns seit GNTM, einige seit dem ersten Sextape, andere seit der Redcoon-Werbung und die allerletzten informiert als prozessiert wurde.

Doch inzwischen sind diese Fakten verblasst und während einige Gina Lisa als Hure beschimpfen, weil sie sexuell attraktiven Normen entspricht, empört sich die Welt über den deutschen Umgang mit Frauen, die vergewaltigt worden sind oder dieses behaupten. Ich muss hierbei einfügen, dass Hure für mich nicht negativ konnotiert ist, aber im allgemeinen Sprachgebrauch.

Wir stehen vor einem Problem und dieses Problem zieht Kreise durch die Fragen von Opfer- und Täterschutz, sowie die Zerstörung von Leben. Eine Frau die vergewaltigt worden ist hat Anspruch auf den vollen Schutz des Gesetzes und es darf nicht einmal die Idee entstehen, dass sie es verdient hätte oder es so gewollt hätte. Was für ein Menschenbild man hegen muss um einem Menschen vorzuwerfen er provoziere einen irreparablen Schaden an der eigenen Psyche, dem eigenen Körper und dem Bewusstsein seiner Würde ist mir unbegreiflich. Ich kann nur vermuten, dass nicht einmal Menschen- und Sklavenhändler glauben, dass sich jemand gerne seiner Würde beraubt fühlt.

Es wird nun immer wieder angeführt, dass Frauen lügen, da sie immer recht bekommen. Nun ich möchte kein Urteil über den Fall Gina Lisa fällen, aber Nein heißt Nein. Und wenn eine Frau nackt über die Straße läuft, dann ist das Erregung öffentlichen Ärgernisses, aber keine Einladung. Das mögen feministische Parolen sein, aber welcher Mensch könnte dagegen sprechen?

Eine einfache Lösung muss in meinen Augen beidseitig sein. In den USA, die nach meinem Verständnis eine Phase der Hypersensibilisierung durchmachen, um zu einem gesunden Normalzustand zu gelangen, ist man Deutschland in Belangen der sexuellen Gleichstellung um Welten voraus.

Es gibt an jeder Universität und natürlich auch im Internet einfache justiziell tragfähige Verträge für einvernehmlichen Verkehr. Im Fall Gina Lisa würde immernoch das Problem auftreten in welchem Zustand man einen solchen Vertrag unterschreibt, jeder hat ein Gerät zur Videoaufzeichnung dabei.

Nun kann man auf die Romantik pochen, aber aus Romantik keine Verhütungsmittel zu verwenden spricht für mich auch für Dummheit. Außerdem einen Regulierungswahn. Man kann sich ja über viel Regulierung aufregen, aber in diesem Bereich gibt es nun einmal massvie Probleme.

Der Glaubwürdigkeit der Opfer schaden jene am meisten, die sich für Opfer ausgeben. Und gerade deswegen muss diese Gesellschaft nun im Bereich des Rechts und des Verhaltens neue Wege beschreiten, die es schon längst gibt.

Im Fall Gina Lisa bin ich selbst sehr voreingenommen, ich finde es regelrecht traurig und ich möchte der Justiz vertrauen, dass sie sich um die Wahrheit bemüht. Doch das Mindeste ist für mich bei diesem Diskurs die Perspektive. Es wäre bei allem Furchtbarem angenehm, wenn so etwas nicht noch einmal passieren muss.




Aktuelles

Der Brexit ist geschehen!

UIUIUIUIUIUIUIUI. Okay ganz ruhig! Der Brexit ist Fakt, man man man man man.

Ich musste einen Neologismus schaffen nur um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen: Szenarismus.

Es werden nämlich Szenarien geschaffen. Der Untergang Europas, der Zusammenbruch der EU, die Spaltung Großbritanniens, eine neue Wirtschaftskrise, Britannien neuer Aufstieg und natürlich der Zerfall unserer gesamten Welt.

Kann man ja gerne machen ist bestimmt auch interessanter zu lesen. Kann ja sogar so kommen das sind alles aber nur Szenarien. Ich persönlich war für den Verbleib Großbritanniens in der EU, aber genauso kann ich die Gründe für den Ausstieg absolut nachvollziehen, denn diese zeigen die aktuelle Situation. Und diese Situation ist weit weg von irgendwelchen Gedankenspielen.

Wahrscheinlich wird es sogar ein wirtschaftlicher Verlust für die Insel und wohl auch für die BRD und die EU. Und natürlich werden manche für den Ausstieg gewesen sein aufgrund von Souveränitätsverlust und Nationalismus, aber ich begreife diesen Schritt als die lauteste Form des Protests.

Die EU hat in einigen großen Themen einfach vollständig versagt. Bei der aktuellen Flüchtlingskrise war sie unvorbereitet, ist immer noch uneins, eine Lösung ist nicht in Sicht und ist handlungsunfähig. Bei entdemokratisierenden Prozessen innerhalb der EU das gleiche Spiel. Bei militärischen Konflikten ebenso. Bei der Grenzsicherung auch. Bei der gemeinsamen Außenpolitik sowieso. Von der Finanzkrise gar nicht zu reden.

Also ist man mit dem Brexit vielleicht gar keinen Schritt weg von der EU und Europa gegangen. Vielleicht ist man einfach der Überzeugung zu Europa zu stehen, aber nicht in dieser Form. Wenn alle Verhandlungen schleichen und es eher schlimmer wird, dann wird es womöglich Zeit für ein Fanal des Protests.

Also warum beschäftigen wir uns um eine schwache Analogie mit der aktuellen Thematik zu bemühen nicht mit den Fluchtursachen Britanniens? Warum malen wir lieber in unseren Gedanken Bilder anstatt einen Handlungsbedarf zu erkennen und an Maßnahmen zu arbeiten?

Dieser Szenarismus ist doch einfach kacke.

Dass sich „Prominente“ wie Fler dazu äußern spricht nur von einer Mediengeilheit die mich persönlich nur noch anwidern kann. Der gelebte Szenarismus ist die Berauschung an diesen Szenarien und damit der tatsächliche Untergang der westlichen Kultur.




Aktuelles

Skandalös! Und ich kann immer nur an die Ashleys aus Disneys großer Pause denken.

Der Fifa-Skandal oder ein Doping-Skandal, ja nun der wäre nicht mal für die Ashleys skandalös.

Die Korruption ist allgegenwärtig in fast jedem Gremium. Jeder in der Fifa war schon immer bestechlich. Es geht nur um die Summe. Natürlich ein bisschen muss man die ganze Geschichte geheimhalten, aber bitte. Jeder ist bestochen. die WM in Katar, als ob. Das einzige was ich peinlich finde ist die Aufregung. Es gibt nur gekaufte Stimmen und man kann jetzt entweder alle Personen durch die Mangel drehen und eine integere Ethikkommission einsetzen bis der Schmutz aus der Institution verschwunden ist, außer diese wird bestochen oder man nimmt es hin.

Vergleichbar sind Doping-Skandale. Diese sind noch viel weniger skandalös. Höher, Schneller, Weiter. Ja aber wie denn nun?

Jeder dopt. Manche Mittel sind schlimmer, manche sind besser. Und es mag Ausnahmetalente geben, aber Sportler, die ihr Leben auf eine Sportart verwenden, die nur für ihren Lebensunterhalt sorgt, wenn sie ein Jahrhunderttalent sind, dass immer gewinnt, die werden dopen. Die Anspruchshaltung ist nun einmal so. Man kann jetzt also entweder das Recht auf Selbstschädigung einsetzen lassen und eine Trennung zwischen dopenden und nichtdopenden Sportlern machen oder weiterhin das Politikum einsetzen lassen, dass manchmal kontrolliert wird, manchmal nicht und manchmal erwischt wird und manchmal nicht. Jeder mit sehr wenigen Ausnahmen dopt.

Ich kann Korruption nicht hinnehmen, sie ist für mich der größte Verlust von persönlichem Anspruch und der Ursprung menschlichem Verfalls. Aber ich würde es nicht für mich in Anspruch nehmen nicht bestechlich zu sein. Da sitze ich zufälligerweise auf einem Posten und jemand bietet mir mein 200faches Jahresgehalt für eine Stimmabgabe für eine Sportveranstaltung. Ich weiß nicht was ich tun würde, aber jeder hat seinen Preis.

Korruption ist allerdings immernoch etwas verwerfliches, die hohen Ämter eines Landes haben entsprechende Gehälter damit sie nicht mehr darunter leiden. Die Betonung von Ehrenhaftigkeit und Unbestechlichkeit ist ein hohes Ziel und ich gratuliere jedem von Herzen der sich diesen Zielen verpflichtet.

Doch Skandale sind es nicht. Skandalös ist der naive Umgang damit. Wir können diese Skandale als Anreiz nehmen, um den Druck auf Freiheit von Korruption zu verstärken, gerade für Personen in Ämtern, aber einfach nur einen Skandal anzuprangern, das Bauernopfer abzuwarten und die sich nicht veränderten Zustände dann bis zum nächsten Skanal hinzunehmen. Nun das ist Skandalös.




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