Gehen wir heute feiern? Dann doch lieber steil gehen!

Feiern gehen. Diese Begrifflichkeit stößt mich eigentlich seit ihrer Symbolrenaissance ab. Es steht, zumindest in dem Bedeutungshorizont, der sich mir erschließt, für den Akt sich mit anderen Leuten zu treffen und sich daraufhin, zumeist in Kontakt mit Rauschmitteln, dem informellen Tanzen oder der Aufnahme weiterer Rauschmittel in einer Gruppe hinzugeben. Es grenzt sich als Symbol ab von geplanten Aktivitäten, wie etwa einem Konzertbesuch oder einer häuslichen Feier.

Zuerst echauffierte ich mich über die Tatsache des Anlasses. Was feiert ihr denn überhaupt? Das brüllte ich der Welt entgegen und die Antwort blieb aus, denn der Akt des Feierns ist inzwischen weit entfernt von einem konkreten Anlass. Doch sei dies dahin gestellt, denn der Anlass ist zumeist raus aus dem Alltag zu kommmen, etwas zu erleben, Menschen kennen zu lernen und sich von schlechten Erlebnissen abzusondern.

Doch meiner Erfahrung nach ist gerade dies stets und ständig eine Belastung. Denn das Feiern impliziert schon im Aufbau, dass es gut werden muss. Und es muss besser werden und hier ist der immanente Fehler dieses Symbols, wenn man sich hierauf fest legt. Warum die Feiernden Alkohol, pflanzliche Drogen oder synthetische Stoffe konsumieren liegt daran, dass es gut werden muss. Die Tatsache, dass enorm viel Kriminalität und Asozialität gerade in diesem Milieu gepflegt wird ist die Frustration, wenn der geplante Zustand nicht eintritt. Dass es eine explizite Planung gibt ist schon ein Fehler, da es zumeist nicht von einem selbst abhängt, wie der Abend denn nun endet.

Warum kann man denn nicht einfach nur steil gehen? Denn Abend mit einer schlichten Erwartung beginnen, wie etwa „Ich will nur tanzen heute“ oder auch gerne „Ich trink Bier und will Schach spielen“. Und alles weitere ergibt sich aus dem Prinzip zu tun wonach einem ist. Es würde bedeuten nicht mehr auf zugekokste Männer zu treffen, deren sexuelle Frustration in animalischem Dominanzgehabe endet und den Lebensstil des Druffis sinnlos machen.

Dinge tun und das aus Gründen. Die Dinge die Spaß machen aus dem Grunde, dass man es tun kann. Steil gehen und sich für nichts schämen. Blanke Ehrlichkeit und am Ende mindestens eine gute Geschichte. Wenn jemand Geburtstag hat können wir das gerne feiern. Wenn es eine Hochzeitsfeier gibt, dann werde ich diese Feier auch gebührend besuchen. Doch wenn ich abends ausgehe, dann möchte ich niemals feiern gehen, ich werde steil gehen!

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