Perspektive der Geschichte – Liebe und Partnerschaft

In der historischen Perspektive ist Liebe eine Konstruktion, die erst spät in der allgemeinen Gesellschaft an Zugkraft gewann und bis heute einen geringen Teil der Menschheit wirklich betrifft.

Es gab zwar immer gesellschaftliche Gepflogenheiten und Sitten, welche sich um zwischenmenschliche Zuneigung drehen, doch im Kern ist das Thema der Romantik häufig mit Liebe verwechselt worden und noch viel häufiger mit sexuellen Reizen.

Die großen romantischen Gesten und die Kunst der Liebhaberei wird bereits in der Antike entwickelt. Auch die Kunst der Verführung und Sexualität findet sich in vielen alten Kulturen wieder. Doch muss man der Menschheit zugestehen, dass sie trotz der entwickelten Konzepte stets auf Liebe verzichtet hat, wenn es um die Beständigkeit einer Gesellschaft ging.

Gerade in der religiösen und politischen Landschaft des Orients und Okzidents spiegelt sich genau das wieder, was heute wieder Verwendung findet. Die Idee der romantischen Liebe, welche in der Tat aus der Romantik stammt, hat ihre Ursprünge in der Werbung und dem Minnedienst, welcher auch wieder auf eine fundamentale Basis zurück kehrt.

Diese fundamentale Basis neben Liebe, mit welcher eine Gesellschaft schlichte hormongestärkte Zuneigung und Lebenspartnerschaftskompatibilität ausdrückt, ist ein Ausgleich zwischen den menschlichen Paketen welche die jeweiligen Partner zu bieten haben.

Diese menschlichen Paketen bestehen aus Werten welche man dem anderen bietet und korellieren direkt mit diesen, je nach dem wie wert der potenzielle Partner diese schätzt. Ist jemand also gutaussehend, intelligent, witzig und hat ein hohes Einkommen ist sein Paket ausgeziechnet und er wird dementsprechend einen Partner suchen. Ist das Gegenteil der Fall wird er auch anders auf Partnersuche gehen.

Es gibt und gab nie ein klassisches „außerhalb einer Liga sein“. Wenn ein Partner ausgezeichnet verdient und der andere Partner wunderschön ist, dann sind diese Pakete verhandelbar. Der Hochadel der frühen Neuzeit verheiratete die Kinder, welche nach dem Erstgeborenen geworfen wurden mit reichen Frauen, da sie Vermögen in die Familie brachten. Die Männer des Barocks liebten Rubensfrauen, da sie für Reichtum standen. Doch selbst der orientalische Harem stand dafür, dass der Mann die Frauen versorgen konnte, diese Aufgabe war sein Paket.

Auch heutzutage wird immer mehr, gerade in der Popkultur, über Liebe gesprochen, doch ist dieses Ideal, wenn man es denn verfolgt nicht erreichbar. So ist das Pakete vergleichen innerhalb der Partnersuche der Hauptgrund wie Beziehungen, kombiniert mit Zuneigung entstehen.

Wünscht man sich eine Welt der partnerschaftlichen Liebe, solange wir innerhalb des Konstrukts einer monogamen Lebenspartnerschaft bleiben, dann sind Probleme wie das Auflösen der Geschlechterdiskrepenz, das Auflösen von Schönheitsidealen, das Auflösen des gesellschaftlichen Standarts durch akzeptierte Beziehungen und im besten Falle das Auflösen des Kapitalismus, die vornehmlichen Probleme. Bis dahin lehrt uns die Geschichte, dass Liebe eine gute Ergänzung für das eigene Paket sind, aber niemals ausreichen, um eine Partnerschaft tatsächlich tragend und gesellschaftsfähig zu machen.

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