Positive Diskriminierung und politische Korrektheit

Positive Diskriminierung ist gesellschaftlich von jenen Akteuren implementiert worden, welche eine Toleranz von oben herab schaffen möchten. Der Kernpunkt hierzu ist eine Zensur von salonfähigem Sprachgebrauch, tatsächlich also die politische Korrektheit. Aus der englischen Sprachwissenschaft ist die „political correctness“, kurz PC, im Gedanken eine Möglichkeit die Sprache frei von pauschalisierenden Abwertungen zu machen, gerät aber in Verruf durch die Realität.

Politische Korrektheit verbannt einige Wörter und kategorisiert sie nach der Möglichkeit des Verletzens, der erste Aufbruch hierzu ist die Satire, da diese alles darf. Doch sprachwissenschaftlich ist politische Korrektheit ein Gegensatz zu Egalisierung und Akzeptanz, da sie dazu führt, dass unterschiedlich mit verschiedenen Personen umgegangen wird. Der größte Wunsch von Minoritäten ist schließlich doch die Egalisierung, das „Normal sein“, also der Punkt von Gleichheit zu welchem das „Anders sein“ nicht mehr vorhanden oder im wörtlichen Sinne egal ist.

Weiterhin drängt die positive Diskriminierung von oben Minderheiten in eine Zirkusrolle, da diese extra heraus gestellt werden und damit in ein Kuriosum verwandelt werden. Diese Form des Vorzeigens von Exotik gehört vielleicht in Tanzlokale ab 18, aber doch gewiss nicht in das gehobene Bürgertum, welches dadurch seine Ethik bestätigen kann. Einen Afrikaner zu kennen und sogar mal mit ihm gesprochen haben ist kein Grund nicht rassistisch zu sein und dass man Schwule ja voll akzeptiert, aber ihnen die Öffentlichkeit nehmen möchte spricht nicht für politische Korrektheit.

Positive Diskriminierung kann auch ein Instrument sein, um Barrieren zu überwinden. Ein Beispiel hierzu ist in Deutschland die Frauenquote auf Zeit. Doch in der Sprache verfestigt sich hierdurch eine Kultur, welche zu dem ständigen Hinterfragen führt was erlaubt ist und ob man Wörter benutzen darf.

Ich möchte mich dagegen aussprechen durch Sprache eine Egalisierung herbei zu führen und außerdem dagegen die Sprache als kulturelles Mittel zu verwenden um ein Klima der Angst und Betroffenheit zu schaffen. Zum einen sorgt eine positive Diskriminierung für eine Trotz- und Gegenreaktion und damit eher für weitergehende Diskriminierung und zum anderen grenzt es Minoritäten noch weiter aus. Hier verliert politische Korrektheit als Idee ihre Umsetzungsfähigkeit, da das Ziel nicht erreicht wird und es noch offen steht, ob es nicht noch schlimmer ist und ich möchte dafür werben diese Idee fallen zu lassen.




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