Religionsfreiheit – Fluch und Segen

Religionsfreiheit ist eines der häufig angerufenen Grundrechte sowohl des deutschen Staates als Abwehrrecht und der Menschenrechte als Grundrecht. Die Menschenrechte gelten gerade durch die Religionsfreiheit so gut wie in keinem Land. Der Vatikan lehnt sie in Europa ab, wie Saudi-Arabien in der muslimischen Welt und die islamische Erklärung der Menschenrechte lässt eben diesen Punkt aus. Die westlichen Staaten haben sich auf die Einschränkung geeinigt, dass die Rechte des Einzelnen dort enden, wo die des nächsten Individuums beginnen. Die kommunistischen Staaten lassen nur staatlich organisierte Religionen zu und auch im Rest der Welt sind Länder zumeist gezeichnet von einheitlicher Religion und Diskriminierung oder einem Aufblühen von parallelen Gesellschaften wie in Indonesien oder Südkorea.

Nun möchte ich gar nicht abstreiten, dass ich die westlichen Staaten bei diesem Punkt als am vernünftigsten ansehe. Die Verankerung der Religionsfreiheit stammt nicht zuletzt in Staaten wie den USA aus der Verfolgung anderswo. Neben den Einwanderern, die aus Hunger, Armut oder Geschäftsdrang kamen erreichten viele religiös Verfolgte die Ostküste um ein Leben frei von staatlich erzwungener Religion zu führen. Die Hugenottenvertreibung hat ebenso den Berliner Dialekt geschaffen durch die Einwanderung von oft gut ausgebildeten Protestanten. Die westlichen Staaten sind durchzogen von Vorzügen durch die Religionsfreiheit.

Religionsfreiheit ist dort also ein Segen, wo sie Menschen ermöglicht staatlichem Einfluss auf ihr Bekenntnis also auch den Atheismus oder Agnostizismus abzuwehren. Dies ist auch in der Bundesrepublik durch unser Grundgesetz gegeben. Oder so sollte es zumindest gegeben sein.




Allerdings ist die Religionsfreiheit zuweilen auch ein Fluch. Nämlich dann wenn sie falsch verstanden wird. Und ich möchte hier betonen, dass sie niemals missbraucht wird. Es wird oft von einem „Deckmantel der Religionsfreiheit“ gesprochen, aber de facto immer von Menschen, die zum Einen hohen gesellschaftlichen oder politischen Stellenwert haben und zum Anderen Religionsfreiheit einfach nicht verstanden haben.

Es sollte gar nicht möglich sein Lobbyismus und Radikalität durch Religionsfreiheit zu schützen, aber es fällt bei diesem Grundrecht schwierig dagegen vorzugehen. Der Lobbyismus, wie auch die Radikalität findet in Deutschland einzig durch den Islam statt. Ob es die Umgestaltung von Sitten, die Umgestaltung öffentlicher Orte oder die Umgestaltung der Sprache und des Sprachgebrauchs gerne durch Beihilfe von Kampfbegriffen von Ayatollah Khomeini ist, immer wieder findet hier Lobbyismus durch Organisationen statt, die sich auf die Religionsfreiheit berufen.

Ebenso Radikalität und Terror begründet in Religion findet sich im absoluten Übermaß bei Muslimen, die in diesem Fall nicht die Umma bilden, aber eben doch, wenn es um Karikaturen oder Kleidung geht.

Die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit kommt zum Tragen, wenn man sich gegen den Staat wehrt, der einer bei der freien Ausübung seines Bekenntnisses stört. Es ist kein Recht einzufordern. Es ist auch kein Recht um von der Mehrheitsgesellschaft toleriert zu werden. Wenn die Religion auf andere Rechte trifft, dann enden ihre Rechte dort.

Um sich gegen Diskriminierung zu wehren gibt es in Deutschland das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz(AGG).

Hier kann man sich dann sogar gegen Privatpersonen schützen. Also insgesamt gegen Benachteiligung aufgrund von Religion im staatlichen und religiösen Sinne, solange dies in keine anderen Rechte eingreift.

Also sollten wir einfach nur für Rechtssicherheit sorgen. Empörte Aufschreie und Verletzung von religiösen Gefühlen sind entweder witzig oder albern. Es führt nur zu einer Verletzung meiner Rechte. Dem Recht des unbeteiligt Seins. Ich möchte nicht über Religion reden, weil sich das zu Tisch nicht gehört und ich will nicht, dass ein deutsches Parlament darüber spricht. Es ist eine Verschwendung von Steuergeld. Sie mögen über Ideologien sprechen, aber Religion hat niemanden in der Öffentlichkeit außerhalb dieser Rechte zu interessieren.

Wenn eine Ideologie mit Religion verknüpft ist bringt es immernoch nichts über Religion zu sprechen. Wir wissen inzwischen es gibt nicht DEN Islam, es gibt nicht DAS Christentum, es gibt nicht DEN Hinduismus, es gibt nicht DIE Mormonen. Ja, dann reden wir jetzt halt über Ideologie und Politik, dies sollte doch auch das sein was Politiker tun. Den Rest können doch die Theologen machen.

Ein Ende der Religionisierung der Öffentlichkeit ist ja eben das was eine unbehelligte private Religion schaffen soll. Wenn man privat beinahe ungestört religiös sein kann, dann sollte es kein Anliegen sein dies in die Öffentlichkeit zu tragen.

Ich wünsche mir, dass die Entwicklung weg von klerikalem Krimskrams hin zu den Kernpunkten dieser Themen geht und letzten Endes auch wieder zu dem tatsächlichen Grundbegriff der Freiheit von Religion. Wir leben schließlich in einer Gesellschaft geprägt durch die Aufklärung und dann ist mir auch die „christlich-jüdische Tradition“ völlig Banane. Es gibt um Vernunft und Humanismus, damit kommt man anscheinend auch weiter.




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