Sebastien de Castell – Hochverrat

Nachdem ich bereits den ersten Teil der Greatcoatsreihe mit einer Rezension bedachte möchte ich mich nun dem zweiten Teil, Hochverrat, widmen.

Hochverrat schließt direkt an Blutrecht an und verzichtet also nach dem Cliffhanger auf einen Zeitsprung oder ähnliche Kunstgriffe. Doch die stille Hoffnunf die in Blutrecht erzeugt wird, wird in Hochverrat geradezu brutal niedergeschlagen.

Der Roman mutet als der klassische 3. Akt an, welcher nichts als Katastrophe mit sich bringt. Wo früher noch Prinzipien oder Ideale die Charaktere untereinander, wie auch selbst zusammenhielten, so dringt Jeder in diesem Niedergang an seine Grenze. An dieser Stelle schafft es Sabastien de Castell dem Leser immer wieder Hoffnung zu schenken, indem er die Protagonisten unter einem Damoklesschwert tänzelnd in immer neue hoffnungslose Situation schickt, welche sie dennoch bestehen, nur um in einer noch auswegloseren Situation zu stehen.

Die Motive des Ausstiegs und des Verlusts der Identität oder schlicht der Tod sind die Grundmotive, welcher sich die Helden hier stellen müssen und welchen sie sich teilweise ergeben müssen.

Es wird eine ganz neue Characktertiefe erreicht, gerade durch die scheinbare Ohnmacht. Welche Idee jeden Einzelnen der Greatcoats zum weitermachen drängt ist zum Teil dem Leser selbst überlassen, da einige Für und Wieder angeführt werden. Im Verzicht auf allzu ausladende Kämpfe, obwohl das Motto Kämpfen, Flüchten, Reiten natürlich weiterhin gilt, wird eine politische Situation entwickelt, in welcher Intrigen die Verschwörungen hinter Verschwörungen nicht aufzudecken vermögen und eine emotionale Entwicklung im vermeintlichen Kampf gegen die Windmühlen gebildet.

Im Fazit lässt sich außerdem festhalten, dass der etwas nüchternere, aber dennoch ebenso bewegende, Cliffhanger des zweiten Teils der Greatcoatreihe auf eine Weiterführung und ein episches Finale hoffen lässt. Hierbei lässt de Castell allerdings noch nicht durchblicken welche Fäden noch geknüpft sind und welche aufgenommen werden, um hier eine Metapher an die Schneiderin an zu bringen.

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