Sprachgebrauch – Heißt „Vielleicht“ immer auch „Nein“?

Ein häufiges Problem innerhalb der Kommunikation zwischen gleichrangigen ist das „Vielleicht“. Wenn es um Normen und Maße geht ist ein vielleicht ein durchaus adäquates Mittel, welches wirklich eine Ungenauigkeit oder ein Unwissen transportiert. Doch zumeist ist es eine höfliche Form des Neins. Ein Vielleicht umschreibt eigentlich nur, dass die Möglichkeit besteht, doch wahrscheinlich nicht eintreten wird.

Ich musste mir persönlich angewöhnen auf das „Vielleicht“ in diesem Zusammenhang zu verzichten, da es stets weiterer Erklärungen bedarf. Selbst eine unpräzise Antwort ist besser als fest zu stellen, dass eine Möglichkeit besteht.

Dass ein „Vielleicht“ eintritt geht damit einher, dass etwas Besonderes geschieht. Daher fordere ich jeden auf, der selbst genau weiß, dass er die höfliche Variante des „Neins“ benutzt, eine klarere Aussage zu wagen. Planungssicherheit und Organisation sind gerade im privaten Bereich oft schon nervenraubend genug.

Selbst wenn man auf die definitiven Phrasen von ja und nein verzichtet und auf auf die genormten Sitten des Versprechens und Schwörens, dann sollte man sich über eine Wahrscheinlichkeit äußern oder Abhängigkeiten darstellen. Selbst wenn dies ein scheinbar höherer Aufwand ist, dann spart es in der Form der geeigneten und fruchtbaren Kommunikation diese Zeit wieder ein.

Daher wird deutlich, dass ein Vielleicht tatsächlich zumeist Nein heißt, da es oft die höfliche Version dieses Wortes darstellt.

In diesem Zusammenhang geht es bei einem Nutzer des Vielleichts auch um die Scheu davor abzulehnen oder um schlichte und reine Feigheit. Es ist also überhaupt nicht nützlich für den Aussagenden, aber durchaus eine Aussage für den Empfänger dieser Botschaft.

Es ist natürlich erst recht möglich aus einem „Nein“ etwas zu lesen, aber die Nutzung des „Vielleichts“ kann wesentlich aufschlussreicher sein, wenn es keine komplexe soziale Situation gibt, in welcher die Personen zueinander stehen.

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