Der Fussballgott – Spiritualität und Anonymität

Der Fussballgott ist wohl die Gottheit auf die sich mehr Menschen einigen können als auf jede andere. König Fussball regiert und Fussball ist ´ne Religion, dass müsst ihr doch verstehen.

Doch Fussball ist nicht die einzige Form neu entdeckter Spiritualität. Ob Aufmerksamkeit in sozialen Medien, neue modernere Sekten, noch altvorderere, radikale Religionen, Musik in Form von Konzerten, Festivals und Open-Airs, Verschwörungstheorien, politische Ideologien oder eben doch die Kirchentage. Dies alles sind Formen von diversifizierter Spiritualität.

Das Bedürfnis nach Glauben und Spiritualität ist in jedem Menschen verankert. Ein großes Ganzes, ein Gefüge in welchem sich der Mensch Zuhause fühlt. Außerdem ein Gefüge, welches einfache und klare Einfriedungen hat.

Der Fussballgott befriedigt all diese Bedürfnisse. Er lässt einen in einer großen und gleichgesinnten Masse aufgehen. Man wird anonymisiert und löst sich auf in dem Wirbel des gemeinsamen Seins. Der Feind ist die rivalisierende Mannschaft und wenn das nicht reicht lässt sich Fussball auch politisch aufladen.

Die bürgerlich-gesittete Religion verliert ihren Reiz. An ihre Stelle treten neue Formen der Religion, etwa Fundamentalisten und Freikirchen. Allerdings auch Ersatzformen wie etwa der Sport. Hierbei spielt das alltägliche eine große Rolle. Statt dem einmal in der Woche stattfindenden Gottesdiensten gibt es Spieltage und auch dort werden die immergleichen Lieder in Ekstase gesungen.

Was der Volksmund längst erkannt hat wird eben dann offensichtlich, wenn eine allgemeine Fussballbegeisterung ausbricht, wie bei der WM in Deutschland oder auch die Begeisterung für eine den meisten völlig fremde Sportart wie beim Super Bowl.

Statt Kreuzrittern sind es Hooligans und statt Priestern nun Capos. Eine Anpassung an die aktuelle Zeit und die aktuellen Umstände lässt eine fast beliebige Sache Spiritualität gewinnen. Zufriedenheit, Stabilität und Sicherheit im Geiste. Selbst die Anti-GEZ-Bewegung hat ihre eisernen Verfechter und verschiedene Fandoms seien es Belieber oder Whovians haben ihren realen oder erfundenen Messias längst auserkoren.

Das letzlich herrliche am Fussballgott ist, dass es die letzte Essenz Leidenschaft und Glück neben den harten Fakten gibt, was den beliebig wirkenden Gott mit größerem Plan nur wahrscheinlicher werden lässt.




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