Die Ehe für Alle als Errungenschaft und Symptom

Die Ehe für alle ist beschlossene Sache. Warum auch nicht? Die Mehrheit der Deutschen ist dafür. Die Lebenspartnerschaft ist rechtlich schon fast einer Ehe gleichgestellt. der Terminus ist gewählt und die Debatte wurde sehr respektvoll geführt. Es bleibt allerdings ein fahler Nachgeschmack.

Die rechtliche Gleichstellung

Neben der steuerlichen und verantwortlichen Gleichstellung fehlen der Lebenspartnerschaft noch Merkmale wie der Schutz durch die Verfassung, die Angabe beim Arbeitgeber und das Recht auf Adoption. Dies soll erreicht werden und ist nur verständlich und eine hehre Angelegenheit.

Der Terminus

Die „Ehe für Alle“ ist ein besserer Begriff als die „Homo-Ehe“. Nicht nur aufgrund des Bindestrichs, sondern auch unter der Idee der Gleichstellung für Sonderbegriff. Die Hyperventilation der Auflösung der Ehe hat einen tatsächlich Hintergrund neben Polygamie und Pädophilie.

Die respektvolle Debatte

Die konservative Furcht vor der Bedeutungslosigkeit und der Umdeutung der Ehe wurde respektvoll behandelt. Es ist tatsächlich eine Überlegung wert, ob beispielsweise gute Freunde nicht einfach eine Partnerschaft fernab der Sexualität eingehen, denn der Vollzug der Ehe ist kein Wesensmerkmal mehr. So sparen sie Steuern und genießen rechtlichen Einfluss, der bei tatsächlichen Freunden ja wünschenswert ist. Die Bro-Ehe fällt auch unter die Ehe für alle. Dies unterminiert neben der schlichten Umdeutung per Mehrheitsbeschluss natürlich die christliche Deutung, aber die Mehrheit Deutschlands sind Atheisten.

Auch das klassische Argument der Ehe als Produzent von Kindern ist gehört worden. Es wurde beantwortet mit dem Argument, dass niemand dabei verliert. Niemand wird aufgrund von Subventionsgründen homo- oder heterosexuell werden.

Auch das Aufwachsen in der Ideallage Mutter, Vater, Kind ist eine Frage der inneren Moral. In Zeiten von alternativen Modellen wie Patchworkfamilien und Alleinerziehenden sowie alternativen Bezugspersonen traue ich dem Jugendamt die Entscheidung von etwa Adoption zu.

Der fahle Nachgeschmack der Ehe für Alle

Es bleibt ein fahler Nachgeschmack bei der Ehe für Alle. Es stellt eine erneute Verachtung der Herrschaft des Rechts dar. Es wäre doch herrlich gewesen. Eine würdige Grundgesetzänderung. Stattdessen wird rumgedoktort und ein bisschen geschraubt. Das ist dem Thema schlicht nicht angemessen.

Es reiht sich als Ablenkung auch an das Netzwerkdurchsetzungsgesetz an. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hält es ebenfalls für schlicht verfassungswidrig.

Die Atomsteuer ist genauso verfassungswidrig. Und das Fazit ist es dann halt trotzdem irgendwie zu machen.

Die Autobahnmaut ist Unsinn und europarechtswidrig. Und das Fazit ist es dann halt trotzdem irgendwie zu machen.

Gerne wird dann Gesinnung und Ideologie als Erklärung dargeboten wie bei der Entscheidung die Grenzen nicht mehr zu kontrollieren im September 2015. Doch der Verantwortung wird sich im Machtrausch der Zeitgeisterfüllung nicht gestellt.

Die größte Bedrohung für die deutsche Demokratie neben diesem Rechtsverständnis welches komplett durch Ideologie im Streit zwischen Verantwortungs- und Gesinnungsethik der Schlachtbank dargeboten wird ist dann das Verständnis der Rolle der Abgeordneten.

Die Bundeskanzlerin hat die Wahl zu einer Gewissensentscheidung gemacht ist de facto korrekt de jure Wahnsinn. Im Grundgesetz Artikel 38 ist festgelegt, dass Abgeordnete nur ihrem Gewissen unterworfen und dem Volk verantwortlich sind.

Die Argumentation, dass eine parlamentarische Demokratie so funktioniert ist ebenfalls Unsinn. Es gibt Nationen, die ihre Parlamente nicht immer weiter aufblähen und die direkte Kandidatenwahl für Menschen vor Ort höher schätzen als Listenabgeordnete, die ihre Regierung nicht mehr kontrollieren können, da sie vollständig von ihr abhängig sind. Fraktionszwang und Koalitionsverträge schlagen nicht das Grundgesetz. In Staaten wie den USA, Frankreich und Großbritannien etwa funktioniert dies, aber gut natürlich treffen diese Länder ja auch nie demokratische Entscheidungen und sind arbeitsunfähig. Man nähert sich eher den Massenparlamenten Chinas und Nordkoreas an als einer Gewaltenteilung und einer Nähe zum Volk.

Die Ehe für alle ist also eine gute Sache. Die Art wie verfahren wird lässt allerdings befürchten, dass auch dieser Vorgang inkompetent behandelt wird und das ist unwürdig den unzähligen liebenden Homosexuellen und Bromanzen gegenüber.




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