#merkelstreichelt – Wann kommt endlich der Gnadenstoß?

Die Diskussion ist groß, die deutsche Bundeskanzlerin im Bürgerdialog. Das weinende, kleine, sehr symphatische und höfliche Mädchen, welche so vielen ein Gesicht gibt. Die einen schimpfen auf das Regierungsoberhaupt, die anderen suchen die Fakten, die unzensierte Version und außerdem geht es um die Macht der Medien. Und bevor ich es vergesse natürlich auch um ein Streitthema, ein steil gegangenes Epos der deutschen Politik, nämlich die Flüchtlinge und das Asylrecht.

Wirklich?

Wir befinden uns nicht in einer Diskussion über Gesetze, auch nicht über Fakten, nein, wir befinden uns in einer Diskussion über ein Wort. Streicheln.

Natürlich ist es wichtig eben einen Dialog zu führen, Gesichter zu prägen, Geschichten zu erzählen, Fakten zu präsentieren und nicht zuletzt Lösungen und Kompromisse zu diskutieren. Doch auch wenn viele Menschen in diesem Land diese Intentionen hegen, so ist es nicht dieses was passiert, oder besser gesagt nur im Abgang.

Die Diskussion dreht sich ums Streicheln. Wäre das Wort „drücken“ gefallen, so gäbe es keine zusätzliche Aufmerksamkeit, oder andere. Die ersten Äußerungen wären nicht die, oh wie ein Hund, den streichelt man auch.

So möchte ich hier gar nicht inhaltlich werden, denn Inhalt wird zumeist nicht diskutiert, es geht schlicht um das Wie. Und das wie auch einer menschlichen Ebene ist erstmal jedem selbst überlassen. Nun zu meiner Eingangsfrage: Wann kommt endlich der Gnadenstoß?

Wann kommt der Gnadenstoß, die Euthanasie für unsere Diskussionskultur? Denn wenn wir Themen, die so wichtig sind, wie nun alle erkannt haben, nur durch ein bestimmtes Wort wieder fokussiert sind und der richtige Diskurs nur das Nebenthema ist, wie können wir uns noch Bürger einer repräsentativen Demokratie nennen und nicht nur Klatschtanten oder Klatschonkel?

Dann können wir es auch einfach gleich lassen. Warum können wir nicht die Tagessschau zu einem Boulevardmagazin machen, N24 mit Promiflash ersetzen und meinen Blog zur Süddeutschen und FAZ? Endlich einmal ehrlich sein und den Diskurs endgültig die letzte Ehre erweisen, das wärs.

Nicht, dass ich mit dieser Entwicklung nicht zufrieden wäre, doch gibt es nicht noch die Möglichkeit Themen, wenn sie durch etwas derartiges in den Fokus geraten auch wirklich zu Ende zu diskutieren? Können wir nicht tatsächliche Fakten und Lösungsansätze besprechen in einer deutschen Öffentlichkeit? Und wäre dies nicht einer der Schritte, um schlussendlich Menschen zu helfen, um die es bei diesem Thema wirklich geht und die in Not oder auf der anderen Seite in Angst leben?

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