Mia san Mia – Bayern und die Fremden

Mia san Mia, Mia san die Bayern. Die Bayern sind dasjenige Subvolk der Deutschen welches das lauteste und vielleicht das stärkste Identitätsdenken lebt. Prägend für diese Kultur der Identität sind die symbolischen Gesten wie etwa traditionelle Kleidung, Sprache, Habitus, Sport und Musik.

In diesem Zusammenhang finde ich es überaus spannend wie das Verhältnis zu Fremden definiert wird während ich dabei nur aus der Perspektive eines Breiss schreiben kann.

Auf der einen Seite der Medaille verfügen die Bayern durch ihre ausgeprägte Kultur über eine starke integrative Macht, da sie es nicht einmal nötig haben eine Leitkultur zu definieren, sondern diese Kultur schlicht leben. Auf der anderen Seite ist es allerdings so, dass diese starke Form einer Kultur auch dazu einlädt andere auszuschließen.

Wo liegt also der Punkt an welchem an diesem deutschen Beispiel Integration funktioniert oder unmöglich ist?

Der Begriff Mia san Mia, also Wir sind Wir, stammt aus der Abgrenzung. Ein Bayer ist kein Badener, kein Würtemberger, kein Österreicher und auch kein Deutscher. Der Bayer ist zuerst ein Bayer. Hierbei wohl häufig wie bei der Idee „zuerst Venezianer, dann Christ“.

Um Bayer zu werden muss man wohl tatsächlich dort aufwachsen, doch gleichzeitig negiert diese kulturelle Identität ethnische vielleicht sogar religiöse Unterschiede. Es geht zuallererst um das Dazugehören.

Gerade im ruralen Bereich ist die Teilnahme an den gesellschaftlich prägenden Gruppen sei es Musikverein, Schützenverein oder dem innerhalb Deutschlands in Bayern einzigartigen Veteranenverein wohl der Ursprung für diese gebürtige und verdiente Dazugehörigkeit.

Die Integrationskraft der bavarischen Kultur ist also eine absolute Kraft. Entweder man gehört komplett dazu oder wird nie dazugehören. Hierbei mögen Ressentiments bei der Auswahl dieses Kreises eine Rolle spielen, allerdings definieren sich die Bayern längst nicht mehr nur über die kulturellen Eigenheiten, sondern eben auch über geografische, politische oder wirtschaftliche Besonderheiten. Die Ressentiments gegenüber anderen Ethnien, Religionen oder sexuellen Einstellungen, welche man grundsätzlich überall und gerade in ruralen Gegenden antrifft können an dieser Stelle eben von diesen Besonderheiten überwogen werden oder nicht. Auch hier gilt das Absolute.

Selbst ein Deutscher, der nicht aus Bayern kommt hätte Probleme und würde es im Zweifel nie schaffen sich vollends in diese Gemeinde einzupflegen, allerdings wären seine Kinder, die dort aufwachsen wahrscheinlich ebenso einfach integrierbar wie die eines Japaners mit brasilianischen Wurzeln.

Damit steht Mia san Mia, der pure Ausdruck eines bavarischen Nationalstolz sogleich für das durchaus verdiente Selbstbewusstsein Bayerns in der Welt und lädt dazu ein Teil zu werden und gleichzeitig ist es Symbol der Abschottung und Elitenbildung, wie es nicht einmal Alltagsrassismus schaffen kann. Es ist das Sinnbild einer weißblauen Medaille mit einer schattigen Rückseite.




Schreib als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.