Nur ein Flüchtling?

Flüchtlinge - kein mensch ist illegal

 

Ein Gespenst geht um in Europa.  Das Gespenst des Flüchtlings. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet. Viel besser als der alte Marx, könnte man die Aktion „mos maiorum“, an der im letzten Monat Polizisten in der ganzen EU teilgenommen haben um Flüchtlinge aufzuspüren, nicht beschreiben können. Die ganze Aktion ist für mich etwas irritierend. Wie kann man bei der andauernden Medienberichterstattung über die Kriege im Nahen Osten und den schlechten Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt, ernsthaft die Meinung vertreten, dass Deutschland und Europa keinen Flüchtling mehr aufnehmen sollte.

Kein auch nur ansatzweise moralisch denkender Mensch kann Menschen die aus Kriegsgebieten fliehen müssen die Hilfe verweigern. Das sollte aber nicht dazu führen, dass man anfängt gute und schlechte Flüchtlinge zu unterscheiden. Auch wenn es einige Menschen auf den ersten Blick stört, dass z.B. Roma aus der Armut nach Deutschland fliehen um in Deutschland Geld zu verdienen. Das ist eine rationale Handlung und ich denke, dass die meisten von uns in derselben Situation genauso handeln würden. Ich halte es deshalb für unlogisch diese Menschen zu kriminalisieren.  Die einzige Lösung für die für alle Beteiligten unbefriedigende Situation ist die Lage in den Heimatländern zu verbessern. Solange das aber nicht möglich ist, wurde mir beigebracht, dass man Menschen in Not helfen muss.

Deswegen stört es mich auch massiv, dass es Menschen gibt die mit aller Macht verhindern wollen, dass bei ihnen neue Flüchtlingsheime entstehen. Geradezu pervers ist allerdings, was gerade in Hamburg um das neu geplante Flüchtlingsheim in Harvestehude passiert. Harvestehude ist einer der privilegiertesten und teuersten Stadtteile in Hamburg. Man könnte also denken, das ist eine gute Umgebung in der man die Flüchtlinge unterbringen kann, ohne das bestehende sozialen Probleme in dem Stadtteil verschärft werden. Nun gibt es aber eine Bewegung, die um den Wert ihrer Immobilien besorgt ist. So ein Verhalten ist als erster Impuls möglicherweise nachvollziehbar, aber dennoch muss doch klar sein, dass es um Menschen geht, denen geholfen werden muss und die unsere Solidarität verdienen. Oder um es mit Deichkind zu sagen: Kein Mensch ist illegal! Schon gar nicht wenn er breit ist.

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