Perspektive der Geschichte – Die Sieger

Die Sieger schreiben die Geschichte, Vae Victis!

Der gallische König Brennus lehrte die Römer einst, dass die Besiegten nur ertragen können. Und die Historiker sehen dieses Ereignis aus dem die Aussprüche „vae victis“ und „etwas in die Waagschale werfen“ stammen zu recht mehr als moralisch prägnant für die römische Geschichte als finanziell.

Der biblische König David, ja der gegen diesen Goliath gekämpft hat, war von den Fakten her ziemlich unsymphatisch, aber er hat gesiegt. Und so wurde er ein Held und ein Symbol für den Sieg des Underdogs und der Intelligenz über die rohe Kraft.

Vor der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung gab es Chronisten auf Auftrag, Gelehrte mit Eigeninteressen oder Menschen die verkaufen wollten. Man braucht natürlich aus dem Zeitalter der Ideologien nicht mit Befangenheit zu argumentieren, aber heute muss man Kontexte schaffen und keine Helden mehr.

Warum früher vieles heroischer war, die Menschen schöner und die Taten epischer liegt wohl daran, dass die Menschen Geschichte auch als Geschichten begriffen, was durchaus auch mit der wissenschaftlichen Form der Geschichte einher geht.

Die Sieger sind oft also diejenigen, die bestimmen was von ihnen überdauert und damit natürlich auch wie ihre Taten und die ihrer Kontrahenten beurteilt werden. Doch ist deswegen alles übermittelte Wissen der Sieger grundsätzlich verfälscht?

Ich denke das konzentrierte Wissen der Sieger ist nicht verfälscht sondern schlicht subjektiv. Feinde die mit Respekt gesehen worden sind haben genauso überdauert. Und auch das Bild der Barbaren im Norden aus „de bello gallico“ war wohl einfach ein Bild, ein Eindruck.

Die Rezeption bringt erst tatsächliche Verfälschung. Wenn Heldengeschichten stets neu erzählt werden, dann werden sie ausgeschmückt. Wenn Schurkengeschichten erzählt werden, dann wird der Schurke entweder tragisch-verständlich oder aber immer abstoßender.

Vielleicht schreiben die Sieger die Geschichte, aber wir leben mit der Rezeption der Geschichten und diese Rezeption schaffen unsere Geschichtenerzähler, also Filmemacher, Schriftsteller und Großeltern. Die wissenschaftliche Komponente ist gerade im Bezug auf die Historie oft nicht diejenige, welche uns im Kopf herumschwirrt.




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