Sexuelle Minderheiten und Alltagsrassismus – Warum ich eigentlich nichts dazu sagen kann

Ich bin ein deutscher, weißer Mann der Mittelschicht in Deutschland. Damit habe ich nie in meinem Leben Diskriminierung erfahren, außer etwa unter Kindern oder von Seiten weniger privilegierter Mitbürger. Ich möchte mich hier zu einem Thema äußern, welches ich niemals nachvollziehen werden kann und ich lediglich versuche darzustellen.

Sexuelle Minderheiten, so heißt es zumindest inzwischen, sind akzeptiert. Ebenso sind Rassisten, so heißt es zumindest heute, die Ausnahme und wenn überhaupt in sächsischen Dörfern oder im braunen Sumpf in Dunkeldeutschland zu finden. So heißt es zumindest.

Doch gerade im Alltag werden die hier diskriminierten Gruppen weiterhin in ihrer Würde verletzt. Es gibt, hauptsächlich in den Bereichen der großen Metropolen, große Queergesellschaften und ebenso oft ein harmonisches Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft. Doch dies findet immernoch, im Kern, untereinander oder als Eventkultur statt.

Die sexuell bedingte Abwertung der Frau findet sich in fast jeder Kultur und ist in Deutschland auf den gesellschaftlichen Hintergrund beschränkt, da die Frauen vor dem Gesetz gleich sind und es entsprechende Antidiskriminierungsgesetze gibt. Doch die gesellschaftliche Abwertung der Frau und die Rolle der Frau ist egal ob positiv oder negativ bis heute eine Tatsache. Noch schlimmer trifft es Homosexuelle, als unnatürlich wahrgenommene Wesen und selbst unter diesen sind die Lesben meist noch niedriger angesehen, da der klassische Patriarch davon ausgeht, dass er sie durch seinen Fallus schon bekehrt bekommt, während er sich durch den männlichen Homosexuellen einfach nur bedroht fühlt.

Doch auch andere sexuelle Minderheiten, wie beispielsweise Transsexuelle, leiden enorm unter Diskriminierung. Hierbei, nach meinem Eindruck, in erster Linie persönlich, da diese Menschen oft ihr soziales Umfeld und ihren sozialen Halt verlieren.

Bei dem Alltagsrassismus gibt es eine schwierigere Form, da es natürlich bedingt durch Xenophobie und den schlichten Erfahrungswert, dass es unter jeder Menschengruppe soziale und asoziale Personen gibt. Doch hier findet, außer im rechten Rand der Gesellschaft und dem salonfähigen Rechtspopulismus, ein anderer Chauvinismus statt.

Hier geht es, teils sogar unterbewusst, um eine Benachteiligung die sich schlicht darauf bezieht welche Hautfarbe und welchen Nachnamen eine Person trägt. Selbst bei Bewerbungen gibt es die drei Klassen zwischen den Akademikerkindernamen, den Unterschichtskindernamen und eben den Ausländern.

Hier gibt es die klassischen Gegenargumente der weißen, männlichen Mittelschicht, dass Feminazis durchgedrehte Frauen sind, obwohl sie die „normalen“ Feministinnen hinnehmen und dass der Ausländer rein statistisch ja nun mal tatsächlich ein weniger wertvolles Element ist. Auch die Herrenhaltung entspringt in meinen Augen der gleichen Denkweise. Ich bin ja auch mit einem Türken befreundet und ich kenne viele Afrikaner zählt einfach nicht. Auch das Teilnehmen an einer Queertagung macht einen noch nicht tolerant.

Doch hier muss ich meine persönliche Erkenntnis wiederholen.

Als weißer, deutscher Mann der Mittelschicht kann ich eigentlich nichts dazu sagen. Ich kann verschiedene Menschen und Kulturen kennen lernen, ich kann verstehen warum sich Menschen in diese, eigenen Kulturen flüchten und mit ihnen daran teilhaben. Doch das Erleben werde ich schlicht nie spüren. Damit kann ich in reflektierender Haltung damit umgehen, es verstehen, wenn auch nicht nachvollziehen und lediglich dafür werben den eigenen Chauvinismus zu erkennen. Auch wenn manche Vorurteile durch Fakten zu Urteilen werden können, so ist die Maxime meines Denkens hierbei tatsächlich die Menschenwürde und der menschliche Umgang mit meinen Artgenossen, dafür gibt es genug Asoziale jeder Sexualität, Religion und Hautfarbe. Hierbei möchte ich auf mein Verständnis von asozial als „nicht gesellschaftsfähig“ hinweisen.

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