Sprachgebrauch zu jetzt, gleich, später, demnächst, sofort und schnellstmöglich

Wann ist gleich? Wie lange dauert später und reicht bei schnellstmöglich, oder asap, auch am nächsten Morgen?

Als deutsche Tugend wird oft Pünktlichkeit genannt und gleichzeitig ist diese Tugend auch ein oft bestätigtes Vorurteil von Auswärtigen. Doch gibt es zu viele Begriffe für Zeitspannen, welche oft zu Missverständnissen führen. Gerade unter jenen Menschen, welche Wert auf diese Tugend legen.

Hier möchte ich aus meinem Standpunkt heraus begründen, wie man diese Zeitabstände verstehen kann, um eine Normierung zu erreichen, welche in Zukunft Missverständnisse ausschließt.

Jetzt in im absoluten und gleichen Augenblick oder zumindest innerhalb einer einstelligen Sekundenzahl. Es beschreibt das einmalige und unverwechselbare Hier und Jetzt und nichts anderes.

Sofort ist jener Zustand welcher nicht im Jetzt liegt, aber keine Wartezeit bestimmt, sondern ein Eintreten, welches die Diskussion selbst schon fast erübrigt.

Gleich ist etwas, was definitiv nicht mehr jetzt passiert. Es ist ein Aufschub. Gleich beschreibt einen kurzfristigen Zeitraum bis zu 15-20 Minuten, oft auch weniger, aber niemals mehr. Denn der Aufschub ist zumeist einem Hindernis geschuldet oder einem definierbaren Wartezeitraum.

Später ist im Vergleich zum Gleich ein langfristiger Aufschub. Es passiert eben nicht jetzt, aber genauso weniger gleich. Später ist in etwa dasselbe wie irgendwann, außer es liegt eine Spezifikation vor, wie etwa später am Abend, wobei hier lediglich eine Folge ausgedrückt wird.

Demnächst. Demnächst ist einer der unbestimmten Zeitbegriffe, denn ein Demnächst fordert nicht. Es ist die frohe Erwartung oder die beruhigte Befürchtung. Demnächst kommt der Film raus, demnächst kommt die Person vorbei. Oder halt auch nicht.

Schnellstmöglich, as soon as possible, ist eine aus dem Englischen übernommene Redewendung, die sich einer Logik nach dem Verständnis der Pünktlichkeit verschließt. Wartezeit ist zumeist verlorene Zeit, wenn man sie nicht nutzt. Schnellstmöglich richtet sich nach dem Empfinden desjenigen, der nicht wartet und lässt damit jemanden zurück der eben wartet. Hierbei gibt es keine höfliche oder unhöfliche Form. Schnellstmöglich oder ASAP ist schlicht eine Floskel und dabei nicht mal eine Höflichkeit.

Wenn diese Empfindungen in bestimmten Kreisen divergieren, so sollte es zumindest eine Idee von Höflichkeit geben. Wenn es dann eine gemeinsame Vorstellung von Höflichkeit gibt, dann ist erst ein Zusammenleben möglich, denn Höflichkeit ist die Gesellschaftslüge, welche aus verschiedenen Lebensformen eine Gemeinschaft formt.

Ein Kommentar

  1. Alpha - Kevin said:

    Gleich bekommt von ihnen eine Definition von 15-20 Minuten? Das ist alleine praktisch schon nicht vernünftig anzuwenden. Wenn ich auf meiner Arbeit Hilfe brauche und frage ob mir jemand zur Hand gehen kann ist “gleich” (laut ihrer Aussage 15-20 min) dann nicht gerade das was ich gebrauchen kann… wenn mir jemand sagt, dass er mir gleich unter die Arme greift ist es üblicherweise in einem Zeitrahmen von 3-5 min. und auch sonst bei Leuten mit denen ich zu tun habe ist gleich nicht so lange. “Später” würde da schon eher reinpassen zumal ich damals nach der definition suchte und etwas vergleichbares gefunden habe. Und da lautet die Definition 3 Minuten. mit 3-5 Minuten kann man also “gleich” schon ganz gut definieren. Alles andere ist ignorant oder faul… gibt genug Leute die gleich sagen und dann später kommen (ungefähr ihr Standpunkt oder vllt etwas später… ), aber Zeit ist nicht gleich Zeit, ausgegangen von der Situation. Ich bin ehrlich und sage, dass mich dieser eine Punkt wirklich entrüstet da ich schon genug mit solchen undisziplinierten Menschen in Job und Leben zu tun habe die sich das so zurecht legen… Entweder kann ich meine Arbeit in Ruhr fertig machen weil der Kunde “gleich” kommt oder ich muss alles bei Seite stellen da er ja “gleich” da ist und ich mich vorbereiten muss. Wie oft höre ich, dass ich meine Arbeit weglegen soll, weil ich gleich gebraucht werde und dann steh ich da 20 Minuten rum ohne was zu tun. Das kotzt mich und Arbeitskollegen an und ist nicht fördernd für die produktive Arbeit der Firma. Es ist zwar beschrieben, dass es auch kürzere Zeiten sind/sein können, aber 10 Minuten ist für mich Knackpunkt. Alles andere ist langsam und Schluderei.

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    6. Juli 2018
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