Das Wasserglas und warum es nicht um Pessimismus geht

Die alte, pseudophilosophische Frage ob das Wasserglas nun halbvoll oder halbleer sei erinnert mich selbst persönlich zunehmend an die Frage ob man Mitglied ist. Bei dem einen heißt es danach „Haha, du bist Optimist/Pessimist!“ und bei dem anderen „Haha, also bist du ohne Glied“. Aber geht es im Kern nicht um etwas völlig anderes?

Von einer Betrachtung von einem Wasserglas auf innere Einstellung zu deduzieren ist wahrscheinlich unsinnig. Allerdings lässt sich vielleicht auf die Wahnehmung und das logische Denken schließen, welches in englischsprachigen Berufsauswahlverfahren gerne als „thinking out of the box“ bezeichnet wird.

Wäre es denn nicht die richtige Antwort eine Frage zu stellen?

Das Gedankenspiel rund um das Wasserglas ist am ehesten eine Frage nach dem Kontext. Wenn es gerade dabei ist gefüllt oder geleert zu werden ist die Antwort eine rein faktische. Ebenso gibt es eine richtige Antwort, wenn das Glas gerade befüllt oder geleert wurde.

Selbst die Feststellung, dass Leere nur die Abwesenheit von einer Substanz ist und damit nicht in Hälften geteilt werden kann ist klüger als ein Schluss auf die Zukunftsperspektive. Gleichzeitig nimmt sich dieses Experiment seine eigene Wirkmächtigkeit durch seinen Bekanntheitsgrad. Man kann schließlich auch kein identisches Stanford-Prison-Experiment durchführen.

Während es im Berufsauswahlverfahren oder im Englischen „assessment-center“ um die Fähigkeit zur Problemlösung geht, geht es im philosophischen Kontext eher um Gedankenebenen. Es ist nicht zwangsweise besser immer eine Metaebene anzuführen, da dies irgendwann in der klassischen ad absurdum Führung endet, doch in diesem Falle geht es nunmal um Kontextualisierung, weil die Ableitung aus der Antwort eben diese Metaebene einschließt.

Wenn man jemanden also darauf prüfen möchte ob er Optimist, Pessimist oder Realist ist, dann sollte man ihr doch einfache Fragen auf die Welt und die persönliche Situation in einer absehbaren Zeit stellen. Dabei kann es von Beruf zu Beruf durchaus divergieren welche Einstellung zu welchem Berufsbild passt, aber auch in dieser Befragung ist eine Kontextualisierung hilfreich.

Daher ist es meine persönliche Empfindung sich von der Vorstellung eines Wasserglases zu lösen um die Einstellung zur geopolitschen Perspektive und der persönlichen Entwicklung eines Menschen herauszufinden.




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