Die EZB, Nullzinspolitik und Helikoptergeld

Die EZB fährt eine Nullzinspolitik und erwägt die Einführung von Helikoptergeld. Beide Ideen sollen die europäische Wirtschaft wachsen lassen und beflügeln. Der Konsum und die Investionen sollen gestärkt werden. Ich sehe diese Entwicklung aus diversen Gründen sehr skeptisch. Ich versuche mich hier in der Darstellung eines Szenarios des Finanzmarktes, anstatt einer Empfehlung für Sparer bzw. Aktionäre.

Die Legitimation für das Handeln der EZB wird oft von der Nullzinspolitik der USA abgeleitet. Allerdings wird hierbei nicht bedacht, dass die Freihandelspolitik der USA einen anderen Rahmen bietet und gleichzeitig die USA nicht aus unterschiedlichen und finanziell massiv unterschiedlichen Nationalstaaten besteht. Japan hat bereits seit langem einen effektiven Nullzins und dies ohne den geplanten Erfolg. Die USA rücken bereits nach drei Jahren schon wieder von dieser Zinspolitik ab.

Die Nullzinspolitik ist wie auch Helikoptergeld ein Instrument vergangener Jahrhunderte. Nullzinsen führen fast automatisch zu den sogenannten „Blasen“. Die Immobilienkrise in den USA oder Spanien könnte einem eine Lehre sein, aber es scheint mir eher ein Indiz dafür zu sein, dass diese Konjunkturpolitik eben genau dies ist, Politik.

Es ist also möglich, dass diese billigen Kredite eher die Rolle der EU-Rettungspakete einnehmen. Statt weiter Geld in die bankrotten Staaten zu pumpen hofft man darauf, dass bsw. Griechenland seine Probleme mit diesen Krediten alleine lösen kann und die starke Konjunktur dafür sorgt, dass ein nachhaltiges Wachstum entsteht.

Dabei ist es abzusehen, dass neben einer Immobilienblase eine Staatenblase entsteht. Sobald der Zins wieder angehoben wird würden diese Staaten unter der Prämisse, dass deren marode Systeme weiterhin nicht funktionieren völlig untergehen. Dies würde dazu führen, dass entweder der Nullzins für hunderte Jahre beibehalten werden muss oder die EU-Finanzkrise entgültig auf den denkbar schlechtesten Weg gelöst wurde.

Betrachtet man nun gleichzeitig die Forderung nach Bargeldobergrenzen von 5000 Euro und der Bargeldabschaffung, dann ist diese Entwicklung gleichzeitig ein massiver Eingriff in die persönlichen Freiheiten der EU-Bürger. So könnte man sein Bargeld nur noch Finanzinstituten zur Verfügung stellen und das bei negativen Zinsen, also wäre man gezwungen auf Teufel komm raus zu konsumieren und daran gehindert Kapital anzusparen.

Hier ist im Bezug auf andere aktuelle Krise die Finanzkrise auf die EZB abgewälzt worden, die damit im Angesicht dieses Szenarios völlig überfordert ist.




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