Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray

Cover - Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

In meinem Streifzug durch die Klassiker der Weltliteratur und durch eine Rezension bei Rocketbeans bin ich auf den berühmten Roman von Oscar Wilde gestoßen.

Ich muss sagen, dass ich wirklich positiv überrascht bin von dem Buch. Es ist zwar in einer älteren Sprache geschrieben, aber trotzdem relativ leicht zu lesen. Vielen wird die Geschichte relativ bekannt sein und man kann sie auch schnell bei Wikipedia nachlesen, daher fasse ich sie hier nur kurz zusammen. Dorian Gray ist ein sehr hübscher junger Mann (hier merkt man an einigen Stellen, dass Oscar Wilde schwul war), der in dem London des 19. Jahrhunderts lebt. Der Maler Basil malt ein Portrait von ihm, welches an seiner Stelle altert. Er wird  nicht älter und bleibt immer makellos schön.

Dorian Gray freundet sich mit Lord Henry an, der eine Philosophie des Genusses vertritt und Moral als Wert ablehnt. Dorian Gray lebt in der Folge auch nach dieser Philosophie und führt in den Augen seiner Zeitgenossen ein schändliches Leben. Da dieses Leben aufgrund des Portrait äußerlich keinen Einfluss auf Dorian hat, kann er dem Genuss frönen ohne irgendwelche Konsequenzen. Für mich macht diese Philosophie den interessantesten Teil dieses Buches aus. Zitate wie „Gewissen ist nur ein höfliches Wort für Feigheit“ oder “ der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist, ihr nachzugeben“, lassen einen tatsächlich über den Wert von Moral nachdenken. Man könnte sagen, dass Oscar Wilde in der Figur des Lord Henri, den YOLO Lifestyle erfunden hat. Natürlich hat dieser Lebensstil Einfluss auf seine Seele, aber ich möchte an dieser Stelle nicht zuviel verraten.

Wer keine Lust hat, dass Buch zu Lesen, dem kann ich den Film empfehlen. Der kommt zwar nicht an das Buch ran, aber er ist auch relativ gut. Manchmal geht der Film etwas in Richtung Softporno, was im Buch überhaupt nicht der Fall ist.

Als Fazit möchte ich festhalten, dass dieses Buch gut zu lesen ist und obwohl es schon so alt ist, hat es wirklich witzige Stellen. Man kann nach dem Lesen auch sagen, dass man etwas mit kulturellem Anspruch gelesen hat und wirkt dadurch gebildeter.

 

„Schaffen wir zwei, drei, viele Dorian Grays“ – Ernesto Che Guevara

 

 

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