Perspektive der Geschichte – Die Kirchenkritik

Ich möchte hier über die Art einer Diskussion sprechen, die oft selbst nicht reflektiert wird und dadurch ziemlich paradox auf mich wirkt. Es geht in diesem Fall ausdrücklich nicht um aktuelle oder moderne Kirchenkritik. Darunter zähle ich die aktuellen Fälle von Geldverschwendung in Limburg, religiöse Regeln, welche in einigen Teilen der Welt Krankheiten zugute kommen und Pädophilie in einer Vertrauensposition.

Auch möchte ich nicht in die intertheologische Diskussion der zwei missionarischen, abrahamitischen Religionen einsteigen, diese ist oft an sich schon ermüdend, obwohl gerade dieser Streit, der nicht mal gelöst werden soll, unfassbar viele Interessierte generiert.

Nein, ich möchte mich der ganz klassischen Stammtischphilosophie widmen. Denn gerade diese wird in Deutschland zur Entchristianisierung verwendet und hat damit auch eine aktuelle Brisanz, da in einem säkularen, westlichen Land Entchristianisierung oft auch Reklerikalisierung und damit Niedergang bedeutet.

Der widersprüchliche Punkt an der Kirchenkritik ist zumeist, dass es Phrasen sind, welche von Geistlichen stammen. Hierbei hauptsächlich reformatorische Geistliche aus der Zeit der Reformation. Und genau in diesem Gedankengut haben auch die klassischen Punkte überlebt. Dazu zählen die Ablehnung von Prunk und Pracht, die Abstinenz und natürlich auch die konservative Haltung und Weltentfremdung des Papstes, sowie der gesamte hierarchische und sexistische Aufbau der katholischen Kirche.

Diese Punkte sind aber eben nicht aufklärerisch oder gar atheistisch. Sie sind vollkommen religiös und natürlich auch überspitzt, da die damaligen Zeitgenossen in einem religiösen Konflikt standen, welchen es zu gewinnen galt.

Damit ist es bei der Thematik der Kirchenkritik unabwendbar, dass sich ein Jeder mit dem Ursprung einiger Argumente beschäftigt, wenn er sie schlicht wiederholt, gerade wenn diese Wiederholung auf der Basis des „Allgemeinwissens“ geschieht. Kirchenkritik und relfektierender Umgang mit der Kirche und mit Religion sollte zwar elementar in einer Gesellschaft verankert sein, aber schlichtes, neudeutsches, „Bashing“ á la Zeit der Reformation unter Martin Luther, disqualifiziert zu häufig den Wortführer.

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