Perspektive der Geschichte – Die Wahl

Ich möchte mich anlässlich der aktuellen Regierungsbildung nicht weiter in diesem unpolitischen Blog zu den Parteien oder dem Wahlgeschehen auslassen. Ich möchte mich einem Faktum widmen, dass oft falsch bewertet und unterschätzt wird, wir dürfen wählen.

Uninteressant an diesem Punkt ist wohl ob man wählen muss. Die gemeingültigen Argumentationen folgen meistens diesem Muster:
1. Man hat das Recht man muss es auch nutzen.
2. Nur weil man ein Recht hat muss man es nicht nutzen, aber man trägt eine Verantwortung.
3. Egal wenigstens meckern können.
4. Ändert sich ja nix, 5. nicht dass ich noch was falsch mache.

Auf welche Seite der Toast nun auch fallen mag finde ich den Ansatz der Geschichte interessanter. Es wurden schon viele heute komische Systeme der Wahl angewandt. In Griechenland gab es die Zufallswahl aus anwesenden, und auch die Entscheidung über lauteres Jubeln, auch wenn das an einen Wettbewerb zwischen leichtbekleideten Amateurtänzerinnnen in weißen T-Shirts erinnnert, liegen hier die Wurzeln des politischen Wählens. Auch in Ländern wie dem römischen Reich wurden Systeme entwickelt wie der Kauf von Wahlstimmen oder in ganz Europa die Idee der Stimme nach Einkommen. Ganz bekannt wurde in Deutschland auch die witzige Idee zu wählen ohne eine Wahl zwischen mehreren Parteien zu haben, was für den Stochastiker ein Freudenfest ist.

In unserer Leistungsgesellschaft wählen wir allerdings den Sieger eines Wettlaufes genauso wenig wie die herrschenden Parteien.
Das ist schade, denn würde eine Partei von Günther Jauch, Sido und Spongebob nicht die meisten Stimmen erlangen? Vielleicht kann man Politik als etwas spaßiges betrachten bei dem wir mit Entscheidungen auf die Zukunft wetten. Denn es gibt immer Experten die etwas wissen und andere die das Gegenteil wissen. Warum nicht die Freude daran genießen nicht zu wissen was kommt und Menschen wählen denen man Sympathie entgegen bringt? Vielleicht um Extremisten fernzuhalten, vielleicht um sich die Illusion von Seriösität und Expertise zu erhalten und dennoch in den Augen mancher sinnlos.

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