Sebastien de Castell – Blutrecht

Ich möchte mich in dieser Rezension einem Buch widmen, welches spürbar mit Herzblut geschrieben wurde. Es scheint, dass der Autor alle seine persönlichen Fähigkeiten und Erkenntnisse in diesem Buch verarbeitet und aufleben lässt.

Die Geschichte spielt in einer Fantasywelt, genauer Tristia, doch die Fantasy kommt nur durch das Setting einer anderen Welt zustande, in welcher Magie und andere Stoffe existieren, allerdings spielen diese in diesem ersten Teil der Greatcoatsreihe keine riesige Rolle, eher einzelne Elemente und Wesenheiten.

Wir folgen in diesem Roman Falcio und seinen Gefährten, welche alle über besondere Fähigkeiten verfügen, hier verliert sich der Autor ab und an in seiner augenscheinlichen Leidenschaft für Fechttechnik. Die Idee der Greatcoats und deren tragische Geschichte nimmt einen jeden, welcher einen gesunden Gerechtigkeitssinn in sich trägt gefangen.

Das Setting des Reiches Tristia, bedroht von Barbaren, erinnert zunächst mit einem von Herzögen bestätigten König an das heilige römische Reich deutscher Nation mit einem Bewaffnungsmix aus der Zeit der Konquistadoren und Mittelerde. Besonders scheint die Linientreue der Charaktere, trotz tatsächlich möglicher Auswege, und die Kunst des Richters und Henkers in einer Person, welches vergleichbar mit dem doppelzeitigen Werk „Der Weg des Richters“ von Michal A. Stackpole.

Der Roman legt als Auftaktwerk einen Schwerpunkt auf die Darstellung der Ursprünge und die Entwicklung von Charakteren, welche jedem eine Identifikation ermöglichen. Mögliche Schwachpunkte liegen tatsächlich in Punkten, in welchen das Herzblut und die Faszination des Autors besonders zum tragen kommt. Hier gilt eine klassische Dichotomie des „Man liebt es oder man hasst es“. Daher empfehle ich dieses Buch besonders denjenigen, welche auf den gesunden Mix aus History und Fantasy stehen, denn Orks und Magie stehen hier nicht im Vordergrund, Orks oder andere Fantasywesenheiten kommen nicht einmal vor, obwohl es sich um High Fantasy handelt.

Besonderen Wert gewinnt das Buch durch den tragischen Helden, welcher angelehnt an die klassische Dark Fantasy quasi am Ende startet, nachdem er allerdings bereits einmal am Ende war. Wer also Falcio nicht lieb gewinnen kann, dem wird der Roman missfallen, wer allerdings Gerechtigkeit und Prinzipientreue eines edlen Greatcoats zu schätzen lernen möchte, der wird nicht nur diesen gewaltigen Auftakt mit Freude genießen, sondern auch gespannt sein auf kommende Teile.

Hier gehts zum Buch: Blutrecht: Greatcoats

 


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